Propaganda der Woche: Isolierter Kannibalen-Stamm von Corona bedroht

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Propaganda der Woche: Isolierter Kannibalen-Stamm von Corona bedroht

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Der Boulevard überschlägt sich mit systemtreuen Corona-Nachrichten. Nachdem am Samstag vermeldet wurde, dass im Dezember 30.000 Corona Tote pro Tag zu erwarten wären, weiß das Fellner-Blatt auch zum abgelegenen Stamm der Sentinelesen etwas zu sagen. Diese völlig isoliert lebenden Kannibalen wären ganz akut von Corona bedroht. Ob man mit solcher “Berichterstattung” auf mehr Presseförderung hofft oder der verantwortliche Redakteur sonst hauptsächlich kichernd in einer Ecke sitzt, ist unbekannt. 

Eine Rubrik von Willi Huber

Tatsächlich geisterte vor einigen Tagen ein Bericht durch die Weltpresse, nachdem zehn Angehörige des indigenen Volks der Groß-Andamaner am Coronavirus leiden würden. Diese leben auf einer Inselgruppe in Indien, welche von der modernen Zivilisation gut erschlossen ist. Etwa 20 km westlich liegt das “North Sentinel Island”, eine Lieblingsinsel des Boulevards. Angeblich würden die dort ansässigen Sentinelesen jeden Besucher töten und ein vollständig isoliertes und zurückgezogenes Leben führen. Sprich: Es gibt keinerlei Kontakt oder Austausch zwischen diesen Inseln.

Wenn Corona übers Meer fliegt

Ob der Fellner-Redakteur von denselben Märchenberichten inspiriert wurde wie der deutsche SPD-Politiker Karl Lauterbach ist unbekannt. Letzterer brach jüngst auf Twitter in Panik aus, weil das Coronavirus angeblich durch die Toilettenspülung Menschen in anderen Stockwerken eines Gebäudes infizieren könne. Dann könnte das Virus ja bestimmt auch irgendwie über das Meer fliegen und die armen Kannibalen infizieren. Schrecklich, denn das Inselvolk könnte sich dann nicht einmal von einer freundlichen Bill Gates Stiftung testen und behandeln lassen. Der Vollständigkeit halber: Die Ex-Frau von Lauterbach ist der Ansicht, dass die Dinge, die im Kopf ihres Ex-Mannes vorgehen, sehr bedenklich wären. Eine ähnliche Vermutung beschleicht den kritischen Leser bei manchen Berichten der Boulevardmedien.

Dramatische Superlative

Jedenfalls tragen dramatische Corona-Geschichten aus aller Welt sicherlich dazu bei, die Panik weiter zu schüren, die wohl ganz im Sinne der Bundesregierung sein dürfte. Und noch eine Zahl der Superlative wurde im Kaffeesud gelesen. Wenn wir alle brav unsere Maulkörbe tragen, werden bis zum 1. Jänner 770.000 Menschenleben gerettet werden. Das glaubt zumindest der Direktor des Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) an der Washington School of Medicine. Da freuen wir uns aber.

Wenn Volk und Identität erlaubt sind

Mit Schmunzeln nehmen wir zur Kenntnis: Wenn es um Eingeborene anderer Länder geht, sind die Begriffe “Volk” und “Identität” auch für linkstendenziöse Schreiberlinge kein Problem. Und kein Mensch auf der Welt fordert von den Sentinelesen mehr Weltoffenheit und ein Bekenntnis zu einer umfassenden Einwanderungspolitik. Zu diesem Thema geisterten auch einige bunte Bilder (“Memes”) durch das Internet, die behaupteten, die Sentinelesen hätten durchaus nach Einwanderern gefragt, um sie zu einem Festessen einzuladen. Aber das ist natürlich völlig geschmacklos.

 

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