Teure Inseratkampagne? Sobotka bastelte seltsame Krippe im Parlament

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Er bastelte Wehrburg statt Weihnachtskrippe

Teure Inseratkampagne? Sobotka bastelte seltsame Krippe im Parlament

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Während sich die Österreicher zunehmend damit abfinden müssen, dass sie sogar zu Weihnachten unter strengsten Lockdown-Vorgaben stehen, präsentierte sich Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) in Hemd und Anzugshose beim Krippenbasteln in der Sonntagskrone. Musste der Steuerzahler für die wohlwollende Doppelseiten-Kampagne in der Sonntagskrone aufkommen? Und warum bastelt Sobotka die (eigenartige) Krippe am Arbeitsplatz?

Maximal zehn Personen dürfen zum diesjährigen Weihnachtsfest gemeinsam feiern und gleichzeitig überlegt die Regierung noch weitere Verschärfungen, um den Österreichern das Weihnachtsfest und den Jahreswechsel gehörig zu vermiesen. Am Sonntag präsentierte sich nun U-Ausschuss-Vorsitzender Wolfgang Sobotka (ÖVP) beim Krippenbasteln in der Krone. Dass die vermeintliche Krippe wie eine Wehr-Burg aussieht, fanden dann doch einige befremdlich.

Auch auf Facebook präsentierte Sobotka seine Krippen-Bastelei:

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“Praktizierender Katholik” bastelt seltsame Wehr-Burg zu Weihnachten

Auch auf Facebook präsentierte sich Sobotka stolz mit seiner Krippen-Bastelei. Als praktizierenden Katholiken sei Sobotka das Weihnachtsfest ein bedeutendes Anliegen, heißt es im Krone-Bericht. Er baue sie für seinen Sohn Nikolaus (28). Doch die Bilder verstören: Bei der Krippe handelt es sich mehr um eine Wehr-Burg als um eine klassische Weihnachtskrippe, wie man sie im katholischen Österreich gewöhnt ist. “Ist wahrscheinlich schon das Modell wo die Impfverweigerer hin kommen, bei denen weiß man nie.”, mutmaßt ein aufmerksamer Facebook-Nutzer. Andere fragten angesichts der federführend von seiner Partei verordneten Weihnachtsruhe, ob sich Sobotka darin bald verbarrikadieren würde.

Seltsame Krippe: Ein Engel hebt vom Balkon eines Burgturms aus den rechten Arm zum Gruß.

Doch das ist gar nicht notwendig. Wie die Sonntagskrone in ihrem doppelseitigen Bericht über Sobotkas Krippenbastelei klarstellte, lebt dieser bereits fürstlich in einem aufgelassenen Kloster, umgeben von 400 Quadratmetern flutlichtbeleuchtetem Grund und von den Stadtmauern geschützt in Waidhofen an der Ybbs.

Bastelt Sobotka im Parlament?

Doch nicht nur die mittelalterliche, kriegerische Aufmachung der vermeintlichen Krippe sorgte für Stirnrunzeln. Kopierzubehör, Brandmelder und ein Notausgangschild: Sobotkas Krippen-Werkstatt sieht mehr nach einem Büro aus, als nach einem aufgelassenen Kloster, das nun von Sobotkas Familie bewohnt werde.

An zwei Wochenenden habe er die Krippe gebastelt, soll Sobotka gegenüber der Krone erklärt haben und das meist in Nachtschichten: „Heut bin ich erst um 1 Uhr Früh dazu gekommen. Dann hab ich die Zeit übersehen und bis um 4 Uhr morgens daran gearbeitet. Kurz vor 7 Uhr bin ich wieder aufgestanden.”

Doch die seltsame Krippe befindet sich offenbar in Räumlichkeiten des österreichischen Parlaments. Auf den von Sobotka geteilten Fotos zeigt sich das Logo des österreichischen Parlaments.

Hier zeigt sich das Parlamentslogo:

Das Parlaments-Logo im Vergleich:

Österreichisches Parlament
Logo: Parlament.gv.at

Mehr als 70.000 Euro für Inserat?

Der Informationsgehalt hinter Krippenbastelei des Parlamentspräsidenten ist überschaubar. In der Reportage zeigen sich Krone und Sobotka darum bemüht, dem Parlamentspräsidenten das spannende Image eines politischen Kämpfers mit familiärem Pflichtbewusstsein zu verpassen. So bastelt Sobotka die “Krippe” rührenderweise für den immerhin bereits 28-jährigen Sohn. Angesichts des zwei Seiten großen Berichts fragten sich viele Nutzer: Flossen für Sobotkas Imagepolitur teure Steuer-Euros?

Ein Inserat in dieser Größenordnung würde in der bunten Ausgabe der Krone am Sonntag satte 71.832,48 Euro kosten!

 

 

Maßnahmen: Viele Österreicher verbringen Weihnachten heuer in Einsamkeit

Viele Österreicher müssen dieses Jahr auf das Weihnachtsfest mit ihrer Familie verzichten. Durch die geschlossene Hotellerie und die Reisebeschränkungen ist es vielen Österreichern nicht möglich, ihren weiter entfernten Angehörigen einen Besuch zum Weihnachtsfest abzustatten. Gleichzeitig sind die privaten Weihnachtsfeiern auch noch mit einer Obergrenze von zehn Personen versehen, die im weiteren Familienkreis schnell erreicht ist.

Sobotka: “Wahre Werte” statt Weihnachts-“Wahnsinn”

Doch Weihnachten ausfallen zu lassen, komme für den laut Krone-Bericht besonders christlichen Sobotka nicht in Frage: “Im Gegenteil! Es ist heuer die Chance, zum eigentlichen Sinn zurückzufinden.”, erklärte dieser gegenüber der Journalistin Edda Graf und führte fort: “Zu Stille, Ruhe, Einkehr und wahrem Wert statt all der Wahnsinnigkeit. Und wenn manche heuer sagen, sie hätten keine Lust zu feiern, dann muss man sie erinnern, dass man Weihnachten die Ankunft des Erlösers feiert.

Ob er mit dem Erlöser “ganz traditionell” Jesus meint oder auch in dieser Frage besonders kreative, neue Zugänge wie bei seiner mittelalterlichen Wehr-Krippe wählte, ließ Sobotka in der Krone-Story offen.

 

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