Tag 35 – Lagerkoller, Pubertiere und PR-Schmähs der Regierung

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Wird der Polizist schießen, weil man mit den Kindern Ball spielt?

Tag 35 – Lagerkoller, Pubertiere und PR-Schmähs der Regierung

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Sechs Wochen mit den Kindern am Stück ist eine Erfahrung, die in dieser Form als sehr ungewöhnlich erlebt wird. So gerne man sie auch hat, irgendwann macht sich auf allen Seiten der Lagerkoller bemerkbar. Dabei scheint vieles dem Zufall unterworfen zu sein, sei es das Engagement der Lehrer in Vorbereitung des Home Schoolings oder das Engagement der Polizisten beim Jagen von Corona-Sündern. Doch über allem strahlt die helle Sonne des Herrn Kurz am Himmel, der uns alle erretten wird, falls wir nur brav genug sind.

Ein Kommentar von Willi Huber

Schön langsam wird es zäh. Da bin ich bestimmt nicht der Erste, dem das aufgefallen ist. Politisch erfreulich ist, dass mehr und mehr Menschen erkennen, wie leer die schönen Versprechungen des Herrn Kurz doch sind. Jeden Tag gibt es neue Videos bekannter Unternehmer und Gastronomen, die ihre Geschichte schildern. Die um ihr Lebenswerk bangen und durch die ungewisse Zukunft bangen müssen, alles zu verlieren. Es ist damit zu rechnen, dass noch viel mehr Menschen ihre Arbeit verlieren, zahllose Firmen zusperren müssen.

Lagerkoller vorprogrammiert

Zäh ist aber auch das Home Schooling, das im Prinzip in die sechste Woche geht. War es zu Beginn durchaus noch angenehm, mehr Zeit mit den Kindern zu verbringen und sie hier und dort beim Lernen anzuleiten, liegen inzwischen überall die Nerven blank. Bei uns zuhause wie auch bei so gut wie jedem Bekannten, mit dem ich spreche. Den Kindern gehen ihre Schulfreunde ab, den kleineren auch die Klassenlehrerin. Dabei scheinen wir noch großes Glück zu haben, denn es gibt häufig Videobotschaften und jede Woche liebevoll und detailliert vorbereitete Aufgaben. Dennoch ist fast jeden Tag ein großer Zickenkrieg vorprogrammiert. Eigentlich hätte man so manches Verhalten erst in der Pubertät erwartet, das jetzt schon bei Volksschülern zu sehen ist.

Heilloses Durcheinander

Ich habe aber auch schon von Volkschulklassen gehört, wo sich die Klassenlehrerin zweimal in all diesen Wochen – oder auch gar nicht gemeldet hat. Kurios dürften auch die Vorgaben sein, was erlaubt ist und was nicht. Eine Videoplattform, die in der Volksschule strengstens verboten ist, darf im Gymnasium scheinbar verwendet werden. Man hört von Schulen, wo über Video-Apps eine Art Unterricht möglich ist, in diesen Genuss kamen wir aber noch nicht. Im Grunde genommen ist alles ein heilloses Durcheinander und es hängt stark von den im jeweiligen kleinen Umfeld handelnden Personen ab, wie man diese Quarantänezeit übersteht.

Wird der Polizist schießen, weil man mit den Kindern Ball spielt?

Wenig hilfreich sind da die zahlreichen Boulevard-Meldungen über Polizeistrafen für dies und das. Darf man nun mit den Kindern hinausgehen? Darf man dabei Ball spielen? Wird man zum mit Warnschüssen gejagten Straftäter, wenn einem ein Jogger entgegenkommt, der beim Vorbeilaufen nur 90 cm Abstand einhält? Welcher Polizist weiß eigentlich noch darüber Bescheid, welcher der 666 Erlässe und Vorschriften heute zwischen 14 und 16 Uhr gilt, welcher aber bereits überholt und ersetzt ist? Wie im schulischen Bereich kommt man zum Eindruck, dass es auch hier stark davon abhängt, welche Personen agieren. Die ganze Palette von Übereifer im Dienst bis zur mahnenden Geduld.

Schon 2021 mit Pflichtimpfung in den Urlaub?

Während man sich zu Hause also gegenseitig anzickt wie in diesem bekannten Internet-Meme, weil der Partner zu laut atmet, ist noch lange kein Ende in Sicht. Die “Erleichterungen”, die uns laut Kanzler zuteil werden, wenn wir brav sind, kommen bestenfalls in homöopathischen Dosen an. Also ohne Wirkstoff, aber teuer sind sie und wenn man fest daran glaubt, wird’s vielleicht noch was. Wenn wir brav sind, dürfen wir vielleicht wieder die eine oder andere Freizeitgestaltung genießen. Vielleicht gar bis 18 Uhr zum Wirten. Zum Drive In beim Schachtelwirt gehts ja jetzt schon, wenn man sich zuvor einen halben Tag lang dafür anstellt. Vielleicht dürfen wir sogar wieder in den Urlaub fahren. Irgendwann 2021, wenn wir ganz, ganz brav waren. Mit verpflichtender Tracking-App am Handy und als erster Freiwilliger bei der Pflichtimpfung.

Ich schwöre ihnen, ich werde mich so von unserem geliebten Kanzler befreit fühlen, wenn der ganze Zauber vorbei ist. Nicht.

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