Todesfalle Ischgl: Ließen Behörden die Pandemie eskalieren?

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25 Tote nach Ischgl-Urlaub - Mangelnde Tests trotz Island-Infos

Todesfalle Ischgl: Ließen Behörden die Pandemie eskalieren?

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Es ist die Kombination zweier Neuigkeiten, welche das mögliche Behördenversagen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie in Europa besonders tragisch machen.

Schon länger war bekannt, dass auch die langsame Reaktion der zuständigen Behörden, ehe der Skiort in Tirol zu Europas Viren-Drehkreuz wurde, noch zum Politikum werden könnte. Mindestens 5.380 Menschen infizierten sich unmittelbar oder mittelbar als Folge eines Urlaubs dort mit dem neuartigen Coronavirus. Wie die Heute berichtet, seien mindestens 25 Todesfälle sogar darauf zurückzuführen. Aber es kommt noch dicker…

Untätigkeit – obwohl Island-Infos längst vorlagen

Denn wie Recherchen des Magazin profil nahelegen, hätten auch diese möglicherweise durch rasches Handeln verhindert werden können. Denn demnach übermittelte das Gesundheitsministerium bereits am 5. März eine E-Mail mit den Hotels, in denen infizierte Isländer nächtigten, die sich bereits spätestens am 29. Februar Symptome zeigten. Nötige Testungen von Kontaktpersonen blieben in der Folge allerdings weitestgehend aus. Nur eine Hotel-Mitarbeiterin bekam einen Test – nicht aber andere Gäste.

Wie längst bekannt ist, sprach die Tiroler Sanitätsdirektion noch am 8. März von einem geringen Risiko einer Ansteckung in Ischgl, erst am 13. März verhängte die Bundesregierung dann die Quarantäne über das Bergdorf und die benachbarten Gemeinden des Paznauntals. Der Der Wochenblick berichtete bereits Mitte März über anderweitige, ignorierte Warnungen.  über diese Versäumnisse und ignorierten Warnungen bereits Mitte März.

Ischgl: Blaue Kritik an “Verantwortungs-Ping-Pong”

Diese Zeitspanne nur den Tiroler Behörden anzukreiden und den grünen Gesundheitsminister aus der Pflicht zu nehmen, wollen die Freiheitlichen indes nicht gelten lassen. In einer Aussendung beklagt FPÖ-Generalsekretär Michael Schedlitz: Anschobers Ressort habe zwar das Land Tirol über die Warnungen aus Island informiert – aber selbst nichts unternommen, damit konkrete Maßnahmen gesetzt würden.

Fragwürdig sei aber auch die Rolle von Tiroler Seite. Dort hätten sich die Verantwortlichen wiederum auf Anweisung des Bundes herausgeredet. Nun setze ÖVP-Landeshauptmann Günther Platter aufgrund der neuen Enthüllungen auf eine Expertenkommission – während es “in jedem anderen Land der Welt schon Rücktritte” gegeben hätte. Anstelle konkreter  Antworten würde in Österreich offenbar “lieber Verantwortungs-Ping-Pong gespielt”.

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