Testen, testen, testen heißt es von Regierungsseite – aber womit? Noch immer gibt es Menschen, die bislang noch keinen Covid-19-Gratis-Test ergattern konnten. Dies könnte auch daran liegen, dass sich manche Leute mit mehr als nur fünf Tests pro Monat und Person eingedeckt haben.
Dies waren nicht immer nur besonders ängstliche Zeitgenossen, sondern auch Personen, die die zusammengesammelten und gehorteten Tests übers Internet weiterverkauften. Möglich war dies, weil es nicht schon vom ersten Ausgabetag an eine Registrierung per E-Card gab, klagen Apotheker, die das elektronische System erst seit der Vowoche dafür nutzen können.
Verpfuschte Gratistest-Ausgabe
Davor hatte beispielsweise die Apotheke in Freindorf bei Linz die jeweiligen Empfänger ihrer ausgegebenen Rationen händisch notiert, bestätigte man dem Wochenblick.
Auch in der Schutzengel-Apotheke in St. Georgen/Attergau wurden die Leute, an denen die Gratis-Tests ausgegeben worden waren, bis zum Mittwoch, den 17. März, nur per Hand in einen Kalender eingetragen, erklärte man dort auf Nachfrage.
Auch Adolf Seiringer (52), ein Reisender der Verpackungsbranche, hatte sich in der Schutzengel-Apotheke sein monatliches Gratis-Testkontingent verabreichen lassen und sich einige Zeit später anstandslos ein zweites Gratistest-Paket geholt. „Damit hatte ich schon zehn Tests in der Tasche“, sagt er – und damit auch den Beweis, dass auch die Organisation der Gratistestausgabe ein weiteres Steinchen im Pleiten-, Pech- und Pannen-Mosaik der Corona-Bekämpfungsmaßnahmen war.
Auch fehlerhafte Tests geliefert
Daraufhin wollte Seiringer wissen, ob dieses Spielchen weiter funktioniert und suchte zu diesem Zweck noch die Apotheke im Max-Center in Wels auf, wo er ebenfalls ohne weiteres Tests ausgefolgt bekommen hätte, wenn welche da gewesen wären.
Nicht nur die Apothekerin in Freindorf ist wenig erbaut von der Gratis-Test-Abgabe-Aktion. „Wir haben nur Arbeit damit“, klagt sie, weil nicht einmal Beschreibungen mitgeliefert wurden, wie die Tests zu handhaben sind. In der letzten Lieferung seien auch sehr viele fehlerhafte Tester dabei gewesen, weil die dazugehörige Flüssigkeit fehlte.