Verzweifelte deutsche Gastronomen überlegen Maßnahmenboykott

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Erneuter Corona-Regelirrsinn ab Herbst:

Verzweifelte deutsche Gastronomen überlegen Maßnahmenboykott

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Deutschland Gastronomen sind in ungläubiger Schockstarre darüber, dass der Corona-Wahnsinn nun zum dritten Winter in Folge erneut losrollen soll und ihre Existenz abermals gefährdet – obwohl es faktisch und praktisch keine Gesundheitsüberlastung, keine lebensbedrohliche Krankheit und erst recht keine „Pandemie“ Corona mehr gibt. Viele Wirte denken sogar darüber nach, die willkürlichen Regeln – wie etwa eine Maskenpflicht in Innenräumen, sollte sie tatsächlich kommen – einfach zu ignorieren.

Mit dem Entwurf seines neuen Infektionsschutzgesetzes ab Oktober könnte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach, der der Hauptinitiator ist, den Bogen nun endgültig überspannt haben. Den Bundesländern wird darin die Befugnis eingeräumt, eine Maskenpflicht in der Gastronomie und bei Kultur-und Freizeitveranstaltungen zu verhängen, wenn Gäste keinen weniger als drei Monate alten Impfnachweis oder einen negativen Corona-Test nachweisen können. Damit werden diese Branchen einmal mehr in existenzielle Krise gestürzt, nachdem sie sich erst ganz langsam vom Irrsinn der vorherigen Corona-Beschränkungen erholt haben.

Anfeindungen und Spaltung

Und das alles nur, weil die Politik jeden Lernprozess verweigert und an dem Erkenntnisstand vom Sommer 2020 festhält, während Europa und fast die ganze Welt ihre Corona-Maßnahmen völlig abgeschafft oder zumindest auf ein absolutes Minimum reduziert hat. Stattdessen müssen sich deutsche Gastronomen, Theaterbetreiber etc. darauf einstellen, abermals massenhaft Kunden zu verlieren, die verständlicherweise nicht bereit sind, sich mit einem Corona-Maulkorb in Restaurants, Theater oder andere Räumlichkeiten zu setzen, sich damit auch noch selbst als potentielle „Impfgegner“ zu brandmarken und sich den Anfeindungen ihrer von der Politik aufgehetzten Mitmenschen auszusetzen.

In der Welt haben mehrere betroffene Unternehmer am Wochenende von den absurden Zwängen berichtet, denen sie durch das neue Gesetz ausgesetzt werden. Zu Wort kommt hier etwa Dominik Galander, der mehrere Bars in Berlin betreibt und der erklärt, er erwäge derzeit, „alle Regeln zu boykottieren.“ Dies hänge jedoch von den möglichen Konsequenzen und wirtschaftlichen Risiken ab.“ Bei ihm solle jeder willkommen sein. Die Entscheidung, sich impfen zu lassen oder Maske zu tragen, solle jeder selbst treffen können. Eine Maskenpflicht in der Gastronomie, bei der die Gäste die Maske am Tisch ohnehin abnehmen würden, entbehre „jeder Logik.“ Wenn der Gesetzgeber dies wolle, solle er einen Polizisten vor seine Tür stellen, um sie zu kontrollieren, seine Mitarbeiter seien jedenfalls „keine Erfüllungsgehilfen des Staates.“

„Sind keine Erfüllungsgehilfen des Staates“

Galander führt weiter aus, dass er seinen Betrieb nur durch die Aufnahme eine hohen Kredits aufrechterhalten könne, den er zu Beginn des ersten Lockdowns aufgenommen habe. Da das Kurzarbeitergeld erst nach fünfmonatiger Verspätung gekommen sei, hätte er seine Angestellten sonst gar nicht bezahlen können.

„Wenn wir uns auf die Corona-Hilfen verlassen hätten, wären wir nicht mehr da“,

lautet sein bitteres Fazit über die Unfähigkeit dieses Staates. Dieser zwingt ihn zudem durch den neuen Mindestlohn und die explodierenden Energiekosten zu Preiserhöhungen, von denen er nicht sicher ist, ob sie die Kunden noch mittragen werden. Seit geraumer Zeit sei man „sehr fremdbestimmt.“ Er mache nur noch aus Loyalität zu seinen Mitarbeitern weiter. Andere hätten aber schon aufgegeben. Auf den Immobilienseiten könne man sich „vor Angeboten in der Gastronomie gar nicht mehr retten. Die Leute können und wollen nicht mehr.“

Ähnlich äußert sich in der „Welt“ auch Berndt Schmidt, Intendant und Geschäftsführer des Berliner Friedrichstadt-Palasts, der ebenfalls betont dass seine Mitarbeiter „nicht wieder als Hilfssheriffs für die Politik den Kopf hinhalten“ sollten, denn manche Gäste würden „zunehmend gereizter.“ Er beklagt auch die irrlichternden Äußerungen von Lauterbach, der ihm (reichlich spät) „zunehmend planlos und unberechenbar“  vorkomme. Bereits in einer Umfrage im März hätten zwei Drittel der 6000 Teilnehmer erklärt, keine FFP2-Maske am Sitzplatz tragen zu wollen.

Auch Kultur- und Eventbranche und Tourismus sehen rot

Nun, wo viele erlebt hätten, „dass es bei Omikron selbst bei hohen Inzidenzen ohne strikte Corona-Maßnahmen geht“, seien sicher noch weniger dazu bereit. Zudem wirke es sich negativ auf den gerade für die Kulturbranche so wichtigen Tourismus aus, wenn in Deutschland eine Maskenpflicht, in weiten Teilen Europa aber nicht. Schmidt fordert, Deutschland solle „im dritten Jahr der Pandemie vom Panikmodus zum Pragmatismus wechseln.“ Obwohl über 90 Prozent der Bevölkerung grundimmunisiert seien, greife die Politik „scheinbar reflexartig auf immer gleiche Instrumente zurück.“  

Amelie Deuflhard, die Intendantin der Kulturfabrik Kampnagel in Hamburg, äußerte sich zwar insgesamt verständnisvoller für die politischen Maßnahmen, kritisiert jedoch ebenfalls „dass wir an den Kassen wieder die Erfüllungsgehilfen der Behörden werden und den Impfstatus kontrollieren müssen.“ Sie verweist auch darauf, dass es „für unsere Kinos in den kommenden Monaten um die Existenz“ geht. Wenn zum Jahresende die Corona-Förderung auslaufe, müsse man wieder auf eigenen Beinen stehen. Seit Pandemie-Beginn habe man „gerade einmal in zwei Monaten schwarze Zahlen geschrieben.“

Langsame Stimmungswende

Diese Schilderungen decken sich mit anderen Berichten aus der Eventbranche, die der sechstgrößte Wirtschaftszweig in Deutschland ist. Wegen der drohenden Verschärfung des Corona-Regimes, herrscht auch keinerlei Planungssicherheit, die gerade bei Großveranstaltungen, die eine monatelange Vorlaufzeit haben, essentiell ist. Auch hier drohen also massenhaft Firmenpleiten und Arbeitslosigkeit.

Zumindest scheint sich ganz langsam eine Trendwende bei der Zustimmung zur Maskenpflicht abzuzeichnen: Eine INSA-Umfrage ergab, dass sich 43 Prozent der Befragten gegen eine Maskenpflicht in Innenräumen aussprechen. In Ostdeutschland sind es 50 Prozent. 40 Prozent sind jedoch dafür, wobei die Mehrheit davon über 60 Jahre alt ist. Das mag bei zunehmend vulnerablen Altersgruppen noch verständlich sein. Aber nur noch 31 Prozent finden, dass die derzeitigen Corona-Maßnahmen nicht weit genug gehen. Bei Erwerbstätigen ist die Ablehnung der Maskenpflicht höher als bei denen, die nicht mehr im Arbeitsleben stehen. Insgesamt zeigt sich also eine gewisse Tendenz gegen Maskenpflicht und eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen, die auch mit einem starken Popularitätsverlust von Karl Lauterbach einhergeht.

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