VfGH-Fragen: Steht jetzt das Corona-Narrativ der Regierung vor endgültigem Aus?

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Darauf kann Mückstein nicht antworten

VfGH-Fragen: Steht jetzt das Corona-Narrativ der Regierung vor endgültigem Aus?

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Am 26.1.2022 verlangte der Verfassungsgerichtshof (VfGH) im Rahmen des Überprüfungsverfahrens zum Corona-Maßnahmen-Gesetz von der Regierung genaue Auskünfte. Dieses Verlangen als Bombe zu bezeichnen wäre eine maßlose Untertreibung. In Wahrheit handelt es sich bei diesem Schreiben um eine Atombombe, die zu einer völligen Abkehr von den bisherigen – erfolglosen – Covid-19-Maßnahmen und zu einer 180-Grad-Wende bei der Bekämpfung der Covid-19-Pandemie führen könnte.

Von Dr. Hannes Strasser

Denn der VfGH will bis zum 18.2.2022 vom Bundesminister für Gesundheit genaue Zahlen, teilweise sogar aufgeschlüsselt nach Alterskohorten und Geschlecht, zu 10 Themenkomplexen wissen. Zahlen, zu denen das Ministerium auf frühere Anfragen bereits erklärt hat, dass es sie nicht hat. Zahlen, die aber letztendlich die Basis für alle Covid-19-Maßnahmen sein müssten.

Gretchenfrage: Mit oder an Corona?

So wird beispielsweise nachgefragt, wie viele Personen an oder mit Covid-19 gestorben sind sowie wie viele Personen wegen oder mit Covid-19 auf den Intensivstationen und in den Normalstationen behandelt wurden. Damit wird die österreichische Regierung erstmals gezwungen, sich zu einer der wichtigsten Zahlen offiziell zu äußern, nämlich der wirklichen Zahl der bisher behaupteten Covid-19-Toten. Es ist ja bekannt, dass sogar Verletzte, die einen positiven Covid-19-Test hatten, aber nicht an Covid-19 erkrankt waren, als Covid-19-Erkrankte gezählt wurden. In Deutschland wurde vom Leiter des IGES-Instituts erklärt, dass die Covid-19-Sterbestatistik zunehmend verzerrt ist und bei 80 % der offiziellen Corona-Toten Covid-19 nicht die Todesursache war.
Weiters fragt der VfGH unter anderem nach den Todesfällen, Intensiv- und Normalstationspatienten pro 100.000 Erkrankungsfällen, und zwar nach Altersgruppen und Geschlecht aufgeteilt. Eine hoch spannende Frage, denn man weiß ja, dass das Risiko bei Männern deutlich höher ist als bei Frauen und in Deutschland (Stichtag 23.3.2021) nur 0,8 % der Corona-Toten unter 50 Jahre alt waren.
Die nächste Hammer-Frage: Wie verteilen sich die Infektionen auf die verschiedenen Lebensbereiche in Österreich (Familie, Arbeit, Einkauf, Grundversorgung, Freizeitbeschäftigungen)? Im Klartext: In welchen Bereichen spielt sich das Infektionsgeschehen eigentlich ab? Zahlen, die extrem wichtig wären, um richtige Maßnahmen ergreifen zu können und nicht einfach aktionistisch irgendetwas zu machen. Zahlen, die man aber bisher nicht erhoben hat.

Sinn und Unsinn der FFP2-Masken

Es folgt eine weitere hoch spannende Frage: Um wie viel Prozent reduziert das Tragen einer FFP2-Maske in geschlossenen Räumen bzw. im Freien (!) das Übertragungs-und Ansteckungsrisiko? Dazu ist festzuhalten, dass die WHO in ihren Empfehlungen zur Verwendung von Masken explizit erklärt, dass es keine ausreichende Evidenz, also keine eindeutigen Beweise gibt, dass sie in der normalen Bevölkerung einen Schutz bieten, insbesondere im Freien.
Und FFP2-Masken werden von der WHO auch nicht für die normale Bevölkerung empfohlen, nur in speziellen medizinischen Bereichen. Mit anderen Worten: Auf die Zahlen des Gesundheitsministeriums wartet die wissenschaftliche Welt, denn diese Zahlen gibt es bisher nicht.

Impfung und Wirksamkeit

Der VfGH will auch wissen, wie hoch die 7-Tages-Inzidenz bei Omikron-Infektionen bei Ungeimpften, zweifach Geimpften und dreifach Geimpften im Jänner 2022 war. Und auch, um welchen Faktor die Impfung das Risiko schwerer Verläufe senkt. Dazu ist anzumerken, dass man weiß, dass in Großbritannien im November und Dezember 2021 ca. drei Viertel der Covid-19-Toten vollständig geimpft waren.
Und dann wird es ganz spannend: Der VfGH fragt allen Ernstes nach, um wie viel das relative und das absolute Risiko durch die Impfung gesenkt wurden. Mit dieser Frage begibt sich der VfGH mitten in das Eingemachte der behaupteten Wirksamkeit der Impfungen. Ich möchte das an einem einfachen Beispiel erklären: Wenn bei 1000 Studienteilnehmern ohne Impfung 10 erkranken, bei 1000 Geimpften 1 Person, beträgt die relative Risikoreduktion 90 % (Reduktion von 10 Erkrankten auf 1). Mit dieser Zahl erscheint der Effekt der Impfung extrem hoch. Zumeist wird in den Impfstudien nur die relative Risikoreduktion angegeben. Die absolute Risikoreduktion (also, die wirkliche Risikoreduktion für den Einzelnen, die entscheidende Frage) beträgt aber in diesem Beispiel nur 0,9 % (von 10/1000 auf 1/1000, von 1 % auf 0,1 %). Man spricht in der Wissenschaft von einem „reporting bias“, einer Verzerrung der Berichterstattung. Eine Publikation der israelischen Daten ergab, dass die absolute Risikoreduktion nur bei erschreckend niedrigen 0,46 % lag. Das bedeutet, dass man sage und schreibe 217 Menschen impfen musste, um eine einzige Infektion zu verhindern, ein – mit Verlaub – lausiger Wert. Und das war noch lange vor Omikron, wo die Impfung noch schlechter wirkt.

Übersterblichkeit seit 2021

Ganz zum Schluss kommt die Atombomben-Frage: Warum haben wir in Österreich seit Wochen eine wöchentliche Übersterblichkeit im dreistelligen Bereich, obwohl um ein Drittel weniger Menschen an Covid-19 sterben, und warum sterben immer mehr Menschen? Diese Frage trifft mitten ins Herz der Corona-Maßnahmen, denn sie betrifft unter anderem die Theorie, dass wohl viel mehr Menschen als bisher angegeben an den Folgen der Impfungen sterben. Die Professionalität der Fragestellungen des VfGH überrascht. Jetzt muss der Gesundheitsminister ganz offiziell in einem Gerichtsverfahren Farbe bekennen, ob es für die bisherigen Corona-Maßnahmen der Regierung überhaupt irgendeine Grundlage gibt. Auf seine Antwort darf man also mehr als gespannt sein, und wir werden es bald wissen.

Universitätsdozent Dr. Hannes Strasser MSc. ist Co-Autor des Bestsellers „Raus aus dem Corona-Chaos“ und Gründer der „Interessensgemeinschaft Freie Ärzte Tirol“, die bei den Ärztekammerwahlen antritt.

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