Wegen irrwitziger Tirol-Sperre: Hunderte Schüler dürfen nicht in die Schule

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"Innengrenze" als Bildungshindernis

Wegen irrwitziger Tirol-Sperre: Hunderte Schüler dürfen nicht in die Schule

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Die Entscheidung, das gesamte Bundesland Tirol trotz der bundesweit niedrigsten 7-Tage-Inzidenz wegen der “südafrikanischen Mutation” zur Sperrzone zu erklären, lässt auch nach Tagen die Wogen überall im Land noch hochgehen. Wie einschneidend diese neuen Bestimmung sind, müssen derzeit zahlreiche Schüler an der Grenze zu Vorarlberg und zu Salzburg miterleben. 

Wochenlang freuten sie sich darauf, ihre Schulfreunde wiederzusehen. Doch daraus wird nichts: Denn wegen der ohne jede Evidenz getroffenen Entscheidung, Tirol abzuriegeln, kommen hunderte Kinder jetzt unter die Räder. Im Gegensatz zu Kindern im restlichen Unterricht dürfen sie nämlich nicht einmal dann am Präsenzunterricht teilnehmen, wenn sie sich zuvor einem “Nasenbohrer-Test” unterziehen. 

Bundesländergrenze direkt neben dem Haus

Eine der kuriosen Situationen betrifft zwar nur wenige Kinder – zeigt aber besonders deutlich an, wie hart die neuen Maßnahmen sind. Denn die Kinder aus den Weilern Gehren und Lechleiten (beide Gemeinde Steeg) gehen normalerweise im kleinen Bregenzerwälder Ort Warth in die Schule. Dieser liegt nur wenige hundert Meter von ihrem Zuhause weg. Das ist logisch: Denn der politische Hauptort Steeg liegt etwa zehn Kilometer weiter östlich. 

Nun bleibt ihnen der Schulbesuch laut ORF.at verwehrt. Besonders kurios sind an dieser Situation zweierlei Dinge. Denn während die Schüler zuhause bleiben müssen, dürfen die Lehrer sehr wohl über die Bundesländergrenze pendeln. Und auch das Skifahren wäre für die Kinder in Vorarlberg theoretisch möglich. So oder so: Die Menschen sind dort von ihrem eigenen Lebensmittelpunkt abgeschnitten, nicht einmal in die Kirche können sie problemlos. 

Screenshot: Google Maps

Hunderte Schüler an Grenze zu Salzburg betroffen

Mindestens ebenso skurril ist die Lage an der Grenze zwischen Salzburg und Tirol. Auch dort ist der Geographie zu schulden, dass zahlreiche Schüler eine Schule auf der anderen Seite der Bundesländergrenze besuchen. Denn für Kinder aus Lofer, die ein Gymnasium besuchen müssen gibt es seit jeher die Möglichkeit, entweder nach St. Johann in Tirol oder nach Saalfelden zu fahren, die beide etwa 25 Kilometer entfernt liegen.

Die Regelung betrifft derzeit etwa 170 Schüler. Besonders verrückt: Will man sich für das nächste Schuljahr anmelden, darf man die Bundesländergrenze wegen eines triftigen Grundes sehr wohl überschreiten – zumindest in der Praxis. Ist das Kind hingegen bereits an der Schule angemeldet, kann es am Präsenzunterricht nicht teilnehmen. Das Problem gilt auch in die andere Richtung und betrifft sogar 625 Kinder, die vor allem in Saalfelden ins Skigymnasium, in die Ski-Mittelschule, in die HTL oder die HLBA gehen.

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