Trotz Attest: Kündigung wegen Maskenbefreiung

„Wochenblick“ begleitete den Prozess

Trotz Attest: Kündigung wegen Maskenbefreiung

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Trotz Befreiung von der Maskentragepflicht durch seinen Hausarzt wurde der Allhaminger Logistiker Andreas U. von seinem Arbeitgeber entlassen. U. hat gegen die sogenannte „Motiv“-Kündigung geklagt, doch der Prozess­ausgang ist ungewiss.

Der Kläger wird von dem Wiener Rechtsanwalt Gerold Beneder vertreten, der zurzeit etwa zehn solcher Prozesse in ganz Österreich führt, wie er dem Wochenblick im Linzer Landesgericht erklärte.

Detailreiche Befragung über Gründe für Maskenattest

Dort wurde in der Vorwoche der Hausarzt von U. zur Sache befragt. Dabei handelt es sich um den Allgemeinmediziner Dr. Martin Schwanninger aus Kirchberg-Thenning, der bestätigte, dass U. am 14. Oktober des Vorjahres in seine Praxis gekommen sei und über Panikattacken geklagt habe, weshalb der Patient keine Masken tragen könne. Er bekäme dadurch schlecht Luft, deshalb hätte er auch psychische Beschwerden und litte unter der heißen Maske, erklärte der Arzt der Richterin. Das hätte U. glaubhaft vorgetragen, weshalb ihm Schwanninger auch das Maskenbefreiungsattest nach bestem Wissen und Gewissen ausgestellt habe, wie er auf Nachfrage der Richterin versicherte.

Richterin will es ganz genau wissen

Diese fragte den Mediziner auch, warum er U. nicht an einen Facharzt überwiesen hätte, um Konkretes über die angegebenen psychischen Beschwerden zu erfahren? Weil es bei Kassen-Psychiatern, die auf Monate hinaus ausgebucht seien, so schnell keine Termine gebe, erläuterte der Doktor und solange habe er seinen Patienten mit seinen Problemen nicht sich selbst überlassen wollen. Wie lange dauere es denn üblicherweise, bis es bei Maskenträgern zu Hyperventilationen käme, hakte die Richertin nach.
Das könne man nicht sagen, antwortete der Doktor, weil das sehr individuell sei und von daher auch nicht vorhersehbar wäre.

Prozesslawine durch Impfzwang?

Schließlich fragte die Richterin noch, wie viele solcher Atteste Doktor Schwanninger schon ausgestellt hätte? Nicht sehr viele, sagte er nach kurzer Überlegung. Im letzten Jahr seien es vielleicht drei bis fünf gewesen. Damit war seine Befragung abgeschlossen. Das schriftliche Urteil kann Kläger U. frühestens in ein bis drei Monaten erwarten. Anwalt Beneder befürchtet, dass es durch den kommenden Impfzwang in Zukunft noch mehr solcher Prozesse geben wird.

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