Menschen, die in Supermärkten zusammenbrechen. Leichen auf den Straßen. Solche Bilder sind Alltag, seit in der chinesischen Elf-Millionen-Einwohner-Metropole Wuhan „Sars-CoV-2“ ausgebrochen ist. Jetzt verbreitet sich das Coronavirus über die ganze Welt. Wie kann man sich schützen?

Der Wochenblick hat sich exklusiv mit dem renommierten Experten, Ex-Politiker und Facharzt für Innere Medizin, Dr. Marcus Franz, über die Gefahren des Coronavirus unterhalten und ihn natürlich auch zu seiner Benotung des Umgangs der Bundesregierung mit der Gefahr befragt …

Ein Interview geführt von René Rabeder

Wochenblick: Sie haben die Maßnahmen des Bundesministers Anschober, allen voran das Fiebermessen bei Flügen aus China, bereits öffentlich kritisiert. Warum ist das, was die Bundesregierung derzeit unternimmt, Ihrer Meinung nach nicht ausreichend?

Dr. Markus Franz: Fiebermessen zwischen Tür und Angel ist ja schon einmal ziemlich ungenau. Dazu kommt die Inkubationszeit von etwa 14 Tagen. Und natürlich muss man auch beachten, dass es ja auch vorkommen kann, dass jemand das Virus in sich trägt und überträgt, der aber selbst gar keine Symptome entwickelt. Von daher wäre es jetzt natürlich indiziert, dass man alle Verbindungen nach China sofort stoppt und ein Einreiseverbot verhängt. Auch wenn das natürlich mit einem wirtschaftlichen Schaden verbunden wäre. Aber die Gesundheit sollte da Vorrang haben.

Es heißt ja immer wieder, dass das Coronavirus nicht schlimmer sei als eine „normale“ Grippe. Sehen Sie das aus Sicht eines Mediziners auch so?

Im Grunde scheint es natürlich vergleichbar zu sein. Nur genau sagen können wir es nicht. Es gibt ja die abenteuerlichsten Theorien, wo das Virus überhaupt hergekommen ist. Es soll zum Beispiel einem Militärlabor entkommen sein. Ich persönlich halte von diesen wilden Theorien nicht viel. Aber wir wissen es halt leider nicht. Und Informationen aus China sind sowieso mit Vorsicht zu genießen. Wer sagt da, dass überhaupt die offiziellen Zahlen der Ansteckungen stimmen?

beim desinfizieren ist es wichtig, mindestens 60 sekunden lang die Hände zu reiben.

Die türkis-grüne Bundesregierung versucht immer wieder zu beschwichtigen. Bürger beschweren sich aber, es gäbe keine Informationen, was man denn unternehmen solle. Kann man sich auf das Krisenmanagement der Behörden verlassen?

Anschober ist kein Experte. Das ist das erste von mehreren Problemen. Das schlimmste davon ist das Kommunikationsproblem. Hier wird Vieles versäumt. Ich verstehe nicht, warum man nicht längst eine Kampagne gestartet hat, wie man sich richtig die Hände desinfiziert. Das ist das Wichtigste überhaupt! Jeder, der draußen unterwegs ist, sollte regelmäßig Desinfektionsmittel verwenden und sich damit mindestens 60 Sekunden (!) die Hände reiben. Wenn man husten muss, sollte man in den Ellbogen husten. Solche Maßnahmen muss man den Leuten in allen Massenmedien genau erklären. Aber da kommt gar nichts. Während die Leute von Toten hören und schlimme Bilder sehen, schweigt die Regierung oder redet von einem Fragebogen. Jetzt ginge es in erster Linie um Prävention. Vor allem ältere Menschen und Leute mit Vorerkrankungen sollten zu Hause bleiben. Jeder sollte sich wappnen und vorsorgen. Da reitet man eine Ewigkeit auf den Rauchern herum, wegen der Prävention – schön und gut – aber jetzt gibt es ein akutes Problem und man bereitet die Menschen nicht vor. Unverständlich.

Und weil man auf der einen Seite die schlimmen Berichte hört, die auf der anderen Seite nicht so richtig ernstgenommen zu werden scheinen, bricht bei vielen Österreichern Panik aus. Leser fragen uns etwa häufig, ob sie denn noch ins China-Restaurant gehen dürfen. Dürfen sie?

Naja, wenn man das Restaurant kennt, würde ich sagen, kann man schon hingehen. Das muss jeder selber entscheiden. Wichtig ist, scharf würzen (lacht) und vor allem immer wieder: Hände desinfizieren! Hände desinfizieren! Hände desinfizieren! Was wegen der laschen Reaktion der Regierung aber auch passiert, ist, dass viele Menschen jetzt zu ihren Ärzten in die Ordination kommen und Fragen zum Coronavirus stellen. Das ist natürlich ein ganz neues Problem. Weil da marschieren gesunde Leute in eine Praxis und stecken sich dort erst recht an. Nicht vergessen: Es ist ja auch Grippezeit. Das Coronavirus ist nicht das einzige Virus. Von daher: Hände desinfizieren!