Bereits das ursprüngliche Netflix-Poster (Ausschnitt im Bild) sorgte für Aufregung. Jetzt wo der Film veröffentlicht wurde, zeigt sich: Die tatsächlichen Szenen sind noch ärger.

Gegen den neuen Netflix-Film regt sich zurecht Widerstand. Der linksliberal dominierte Kulturbetrieb zuckt daraufhin mit der Schulter und spricht von einer „rechten Kampagne“. 

Kommentar von Alfons Kluibenschädl

Ich bin wirklich niemand, der beim Filme schauen nichts verträgt. Als einiger von wenigen in meiner Schule konnte ich hinsehen, als sich ein Protagonist im ersten Teil von Saw sein Bein absägt. Sogar inhaltlich wirklich abartige Filme wie „Nekromantik“ haben bei mir kein bleibendes Trauma hinterlassen. In all diesen Filmen weiß das Publikum allerdings, worauf es sich einlässt. Der neue Film „Cuties“ wird hingegen als harmloses Drama vermarktet – und attackiert doch das Heiligste: die Unversehrtheit unserer Kinder.

Eine Fülle an verstörenden Szenen

Der Film stammt eigentlich aus Frankreich und die aus dem Senegal stammende Regisseurin und Drehbuch-Autorin wollte autobiographische Züge einfließen lassen. Der Plot soll das Aufeinandertreffen eines streng gläubigen muslimischen Elternhauses mit enthemmter westlichen Dekadenz zeigen – und beide Seiten kritisieren. Was das Potenzial hochpolitischen Films mit nachdenklicher Botschaft hat, geht an sich selbst zugrunde.

Das liegt schon an der Prämisse, die Handlung um eine Elfjährige zu winden, die sich für die Twerk-Gruppe ihrer Mitschülerinnen fasziniert. Der tatsächliche Inhalt zeigt dann allerhand verstörende Szenen. Das Kind teilt Bilder aus seinem Schritt online, immer wieder hüpfen die Mädchen leicht bekleidet durch das Bild. Und dieser Eindruck gipfelt in der vorletzten Gruppen-Tanzszene.

Nötige Sozialkritik durch falsche Darstellung sabotiert?

Die 11-Jährigen tanzen dabei aufreizend, sie greifen sich in den Schritt, der Schnitt endet mit einer Art Lolita-Pose. Immer wieder filmt die Kamera genauer hin. Ein Film, der laut der Macherin die Sexualisierung von Kindern kritisiert, tut genau das – es sexualisiert sie auf die widerlichste und voyeuristischste Weise, die möglich ist. Warum es überhaupt notwendig ist, solche Themen derart detailliert darzustellen, ist völlig unklar.

Das eigentlich Schlimme an der Sache ist nämlich: Damit wurde eine große Chance vertan. Denn während sich Leute berechtigterweise von „Cuties“ angewidert sind, spricht er trotzdem ein virales Problem an. Junge Mädchen, die sich aus einem Gruppenzwang heraus beispielweise in TikTok-Videos als Sexobjekte darstellen, gibt es längst – und die Perversen, die sich daran aufgeilen, leider auch.

Graphische Darstellungen erzeugen Ekel

Die angebliche beabsichtigte Botschaft hätte vielleicht mit erwachsenen Schauspielerinnen, die im Film 17-Jährige darstellen und mit weniger verstörenden Einstellungen besser funktioniert. Man kann es für eine Naivität der Regisseurin halten – es ist einfach schwierig, bei diesem Film keinen ausgeprägten Ekel zu empfinden. Es sind nämlich nicht ein, zwei schüchterne Szenen einer Milieustudie. Es ist der halbe Film.

Ursprünglich behauptete man, die Marketing-Abteilung von Netflix sei Schuld an einem Missverständnis, das Erscheinen des Filmes beweist das Gegenteil. Man hat Pädophilen damit nämlich ein Geschenk gemacht. Es normalisiert ihre Neigung, egal was die Macher vorgeblich beabsichtigten. Die angesprochene vorletzte Szene spricht Bände – dem gewogenen Leser sei an dieser Stelle unpopulistisch ein Speibkübel empfohlen.

Wird „Cuties“ zum Kultfilm aller Pädophilen?

Man bestärkt somit sogar Kinderschänder im Narrativ, dass sie Minderjährige bei der Entdeckung ihrer Sexualität unterstützen, wenn sie zu Tätern werden. So nach dem Muster: „He, keine Sorge, das ist ganz normal, kennst doch den Film ‚Cuties‘.“ Dass es das Potenzial zum Renner auch überhaupt in der Pädo-Szene hat, mag zwar nicht intuitiv klingen – ist aber leider aus Erfahrung ähnlicher „kritischer Schockfilme“ so.

„Romper Stomper“ und „American History X“ wurden unter Skinheads zu absoluten Kultfilmen, obwohl sie deren Szene höchst kritisch darstellen. Und genauso wird „Cuties“ unter Päderasten so etwas wie eine preisgekrönte Wichsvorlage werden. Auch Erotikfilme oder Horrorfilme schauen Leute eher für den Impuls und die Darstellung als für die Handlung. Ein konservativer Kommentator bringt das Problem auf den Punkt:

Prämissen drücken emotionale Knöpfe der Linken

Dass der Film überhaupt einen so unkritischen Hype erfahren kann, liegt auch an der Dynamik linksliberaler Ansprüche. Die Selbstverwirklichung des Individuums und der Einsatz für vermeintliche Entrechtete sind heilige Kühe dieses Milieus. Dabei verlieren ihre Akteure schnell den kritischen Blick, denn der Film hat alles: Eine schwarze Regisseurin, die anhand einer schwarzen Hauptfigur eine „Coming of Age“-Geschichte liefert. Und schon schaltet das kritische Hirn aus.

Ob bei der Umsetzung ihres Utopia irgendwelche Menschen zu Schaden kommen, ist den Ideologen egal, sie abstrahieren bestenfalls. Auf diese Weise blenden sie straffällige Migranten gerne ebenso aus, wie mitunter jugendliche Opfer von Sexualstraftätern. Bei den deutschen Grünen gab es sogar in den 80ern eine Pädophilen-Interessensgruppe. Für die damals junge Partei waren es einfach Leute, die keine politische Stimme hatten. Wenn linke Knöpfe gedrückt werden, hat deren Hausverstand also traditionell Pause.

Querfront sammelt sich gegen verblendete Ideologen

Betriebsblindheit gepaart mit unbeirrtem Glauben an die eigene Utopie des völlig entgrenzten neuen Menschen verstellt den Inhabern der Deutungshoheit die Erkenntnis, dass es nicht erfrischend und progressiv, sondern ziemlich sonderbar ist, wenn man 11-jährige Buben in knappen Frauenkleidern in Schwulenbars tanzen lässt. Und dass es auch keine Frage von „Gleichberechtigung“ versus „Homophobie“ ist, gegen ein Gesetz zu sein, das die Strafen für Homo-Sex mit Jugendlichen herabsetzen möchte.

Immerhin lässt die „Cuties“-Causa allerdings auch einige Hoffnung zurück. Denn in einer seltenen Einigkeit entstand in sozialen Medien eine Querfront durch das Spektrum, wo sich normale Bürger aller Lebenslagen und Anschauungen gegen den Film sammeln und seine Entfernung aus Netflix verlangen. Massenhafte Abo-Kündigungen trudelten bereits ein, die Aktie des Konzerns ist seit dem Hashtag #CancelNetflix im freien Fall, die Verluste gehen offenbar in die Milliarden.

Wenn es ans Eingemachte geht und die heiligsten Dinge, wie die Unversehrtheit der eigenen Kinder, unter Beschuss stehen rückt das Volk also doch zusammen und kann im Ernstfall auch Berge bewegen. Könnte das auch für andere existenzielle Fragen noch zur Blaupause werden?