Für viele der Firmen in Oberösterreich, die von dem letzten Hacker-Angriff betroffen waren, sind die Folgen noch lange nicht überwunden. Wichtige Geschäftsdaten sind gänzlich oder teilweise verloren gegangen und auch der Betrieb stand still.

Nach dem Hacker-Angriff auf oberösterreichische Firmen erreichten den „Wochenblick“ Berichte und E-Mails, welche die Not der Betroffenen schildern. Größere Firmen versuchen mit IT-Spezialisten und Datenforensikern wieder Zugriff auf ihre durch den Hacker-Angriff verschlüsselten Daten zu erhalten.

Ein faktischer Neubeginn

Doch diese Versuche kosten 500 Euro die Stunde und der Erfolg ist ungewiss. Zumal sich auch durch die Stillstandszeiten in den Betrieben die Verluste summieren. Kleinere Unternehmen, die sich keine derartigen Rettungs- und Sicherungsmaßnahmen leisten können, haben oftmals mit Totalverlusten zu kämpfen. So berichteten einige Betroffene gegenüber dem „Wochenblick“ – genannt werden möchten sie nicht – dass sie sich eine „Rettung“ der Daten nicht leisten können. Ein Betrieb beginnt nun faktisch wieder bei null, da Kundendaten, Abrechnungen, Buchhaltung etc. verloren sind. Es ist praktisch so, als würde man ein Unternehmen neu gründen. Auf die Verhandlungen mit dem Finanzamt darf man schon gespannt sein.

Anfällige Systeme

Die meisten Betroffenen haben neben den Kosten und den Verlusten an Daten auch etwas anderen gemein: Sie fühlen sich vom Staat und der Polizei alleingelassen. Und sie sind entsetzt, wie anfällig die Systeme doch für die Angriffe Internet-Krimineller sind, selbst die Bereiche der kritischen Infrastruktur wie Ärzte und Apotheken. Zudem sorgt für weitere Bedenken, wie machtlos auch die Polizei in so einem Fall ist. In einem weiteren Bericht, der „Wochenblick“ erreichte, schildert ein Leser, der selbst im Bereich der IT-Sicherheit beschäftigt und für eine Bank zuständig ist, dass Hacker-Angriffe immer häufiger werden. Kleinere Angriffe würden ständig stattfinden. Zumeist könnten sie ohne Probleme abgewehrt werden. Doch in letzter Zeit kam es vermehrt zu professionellen Angriffen, wo es eines großen Aufwandes bedurfte. Doch ganz gefeit ist man nie davor, dass nicht doch etwas passiert und die Abwehr schief geht. Viele der Betroffenen wollen nun noch mehr in die Sicherheit ihrer Daten investieren. Denn die Schäden dürften jedenfalls in die Millionen gehen, so die Betroffenen.

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