Ein Fall von Zivilcourage sorgt derzeit für Begeisterung: Ein Linzer Paar beobachtete einen dreisten Iraker, wie er versuchte, in einen Handyladen einzubrechen. Weil sie daraufhin geistesgegenwärtig einschritten, konnte der verhinderte Elektronikdieb von der Polizei festgenommen werden. Dafür gibt es nun sogar prominentes Lob aus der Stadtpolitik.

Der Dienstag war eigentlich ein ganz normaler, etwas frischer Herbstabend in Linz, als ein irakischer Einwanderer seine Gelegenheit sah, sich ein Mobiltelefon per „Fünf-Finger-Rabatt“ anzueignen. Und so schlug er die Auslagenscheibe ein, in der – offenbar vergeblichen – Absicht, in das Geschäft einzusteigen. Diese Rechnung machte er allerdings ohne ein aufmerksames Linzer Paar.

Linzer stellte tatverdächtigen Iraker zur Rede

Denn zum Leidwesen des Tatverdächtigen wurde ihm aber nicht nur die robuste Scheibe zum Verhängnis – sondern eben auch die wachsamen Augen und die Zivilcourage eines Linzers (47) und dessen Lebensgefährtin (30). Diese beobachteten die Tat – und folgten der Polizeiaussendung zufolge dem Iraker zur nahegelegenen Straßenbahn-Haltestelle.

Dort stellte der 47-Jährige den tatverdächtigen Iraker zur Rede, während seine Freundin gleichzeitig über den Notruf die Polizei verständigte. Als die Beamten eintrafen, konnte der Linzer den verhinderten Handy-Dieb dazu überreden, zum Tatort mitzukommen. Dort erfolgte dann die Festnahme, in weiterer Folge die Einlieferung ins Polizeianhaltezentrum.

Wollte sich mit Diebesgut seinen Lebensstil finanzieren

Als die Polizei den Iraker zum Tatvorwurf befragte, gestand dieser seine Tatabsicht. Als Motiv gab er an, dass er ein Handy aus der Auslage habe entwenden und anschließend weiterverkaufen wollen. Mit dem Erlös wäre es ihm möglich gewesen, mindestens eine Woche lang über Runden zu kommen. Beim typischen Warenwert aktueller Mobiltelefone dürfte er also mutmaßlich einen durchaus geldaufwändigen Lebensstil pflegen…

Sicherheitsstadtrat: Akt der Zivilcourage als Vorbild

Großes Lob fand Sicherheitsstadtrat Michael Raml (FPÖ) für das Einschreiten der beiden Linzer, welche „geistesgegenwärtig genau richtig“ gehandelt hätten. Er ist der Ansicht, dass „dieser Akt der Zivilcourage ein Vorbild für uns alle sein“ sollte. Nach dem Prinzip „gemeinsam machen wir unsere Heimatstadt sicherer“ sei es jedenfalls „wichtig und richtig, hinzuschauen und aktiv zu werden.“

Der Fall zeigt nach Ramls Ansicht auch, dass „niemand zum Superhelden werden und sich selbst in Gefahr bringen“ müsse: Es reiche oft bereits, Hilfe zu holen. Am wichtigsten sei, dass man nicht tatenlos zusehe, wie Unrecht geschieht. Unlängst hielt er gemeinsam mit der Polizei in diversen Linzer Volkshäuser die Veranstaltungsreihe „Sicheres Linz“ ab, um den Bürgern eine Anleitung zur richtigen Zivilcourage zu geben.