Bis jetzt blieben die Kindergartenkinder von den 3G-Regeln verschont. Vor allem Maskentragen und Tests mussten sie am eigenen Leib noch nicht über sich ergehen lassen. Eltern, die guter Hoffnung waren, dass dies auch weiterhin so bleiben würde, werden nun enttäuscht.

Ein Kommentar von Birgit Pühringer

Masken bei Eltern und Kindergartenpädagoginnen sind bereits an der Tagesordnung. Abstand halten und Hände desinfizieren wird den Kleinsten seit mehr als 17 Monaten gelehrt. Gemeinsames Singen und gruppenübergreifendes Beisammensein wird auf das Nötigste beschränkt, meist sogar ganz unterlassen. Kleine Kinder lieben es, ihre Jause mit den Freunden zu teilen. Alles verboten! Nähe ist gefährlich, Umarmungen können zu Krankheit führen. Als würde es nicht ausreichen, was den Kleinsten durch all diese Maßnahmen zugemutet wurde, müssen sie nun selbst herhalten.

Personal kommt mit Körperflüssigkeiten ungetesteter Kinder in Berührung

Immer mehr elementarpädagogische Einrichtungen fordern die regelmäßige Testung von Kleinkindern. Da sich das Personal ohnehin regelmäßig testen müsse, wäre es nur ideal das ebenso auf die Kinder auszuweiten. Denn das getestete Personal käme natürlich mit Körperflüssigkeiten von ungetesteten Kindern in Kontakt, berichtet man auf „steiermark.ORF.at“. Die Testung sei von den Eltern durchzuführen, um nicht den Mehraufwand den Pädagoginnen aufzuhalsen. Die Kleinen sind nachweislich keine Treiber der Pandemie, auch haben sie selbst kaum ein Risiko an Corona zu erkranken. Eine Corona-Erkrankung verläuft bei kleinen Kindern in den allermeisten Fällen äußerst leicht. Wieso will man also unbedingt diese Tests für die Kinder?

Wie lange spielen die Eltern noch mit?

Wie lange wird es noch möglich sein, den Eltern all diese Bürden für ihre Kinder aufzuzwingen? Wie lange werden sich die Eltern diese Zwänge noch gefallen lassen? Zuerst waren es die Masken bei den Schülern, anfangs nur auf den Gängen, dann bei den Größeren auch im Unterricht. Dann kamen im Jänner die sogenannten „freiwilligen“ Tests für Schüler zuhause dazu. Nach dem ersten Semester wurden aus den „freiwilligen“ Tests daheim, die Selbsttests an den Schulen. Nur zweimal wöchentlich. Rasch änderte sich das. Es kam der „freiwillige“ Test am Freitag hinzu, nun steht die Impfung im Raum. Und auch in manchen Kindergärten, etwa in Wien, Niederösterreich und Burgenland, starteten die Pilotprojekte mit den lieblich genannten „Lolli-Pop-Tests“.

Nimmt man Kindern ihr gesundes Gespür?

Dringende einheitliche Konzepte für alle Bundesländer seien nun gefordert, so der Tenor der Vertreter der elementarpädagogischen Bildungseinrichtungen. Ein Aufreger mehr oder weniger ist offensichtlich nicht mehr der Rede wert. Immer noch ein Stückchen weiter. Es ist eine traurige Entwicklung, dass gesunde Kinder beweisen müssen, dass sie gesund sind. Man nimmt den Kindern damit ihr Selbstvertrauen und ihr gesundes Gespür für ihren Körper. Es braucht einen Test, um am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu dürfen. Im Falle unserer Kleinsten ist das gesellschaftliche Leben meist der Besuch des Kindergartens und die damit verbundene Freude, Zeit mit den Freunden zu verbringen und schöne Erinnerungen zu schaffen. Worauf werden die Kleinsten unserer Gesellschaft mal zurückblicken?

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