Auf den politischen Erdrutsch der Wahl in Hessen am vergangenen Sonntag, bei dem die beiden Regierungsparteien CDU und SPD mehr als 20 Prozent verloren haben, folgte am Montag darauf der Paukenschlag im Kanzleramt: Dort kündigte Angela Merkel an, nicht mehr als CDU-Vorsitzende kandidieren zu wollen.

Ein Kommentar von Chefredakteur Christian Seibert

Kampf um die Nachfolge

Zwar gab sie vorerst bekannt, bis zum Ende der Legislaturperiode 2021 Kanzlerin bleiben zu wollen, allerdings dürfte auch sie selbst wissen, dass ihre Zeit als Regierungsoberhaupt bald abgelaufen sein dürfte.

Die Gegner in ihrer Partei wetzen schon die Messer: Neben CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer gab auch Nachwuchshoffnung Jens Spahn – derzeit Gesundheitsminister – bekannt, als Merkel-Nachfolgekandidat für den CDU-Vorsitz antreten zu wollen.

Merz war bei „Black Rock“

Auch die noch immer mächtige „Bild“-Zeitung hat mit Friedrich Merz bereits ihren Wunschkandidaten benannt, der sich in einem inszenierten Interview ebenso zu einer Kandidatur bereit erklärte. Merz gilt als Chef des Deutschland-Ablegers der Vermögensverwalter-Heuschrecke „Black Rock“ und als Vorsitzender des Netzwerks „Atlantik-Brücke“ ist er auch bestens vernetzt in die Vereinigten Staaten.

Wer auch immer Merkel als CDU-Vorsitzender und am Ende des Tages auch als Regierungschef nachfolgen wird: Das Erbe, das „Mutti Merkel“ mit ihrer Grenzöffnung des Jahres 2015 hinterlassen hat, veränderte die Bundesrepublik nachhaltig zum Negativen: Erst am Wochenende wurde ein grauenhafter Fall aus Freiburg bekannt, bei dem bis zu 15 Männer, von denen die meisten aus Syrien stammen, ein hilfloses Mädchen (18) betäubt und anschließend vergewaltigt haben („Wochenblick“ berichtete).

Polit-Probleme bleiben

In Internet-Foren wurde die Abschieds-Ankündigung der Kanzlerin von Seiten der politischen Rechten jedoch mit großer Euphorie vernommen. Doch auch jene, die seit Jahren „Merkel muss weg“ schreien, werden bald merken, dass zwar die Person Merkel abtritt, die großen Probleme jedoch nicht mit einem Wechsel im Bundeskanzleramt einfach so aus der Welt zu schaffen sein werden…