Ab heute sollen sich alle Polizisten Österreichs einem Corona-Test unterziehen. 86.000 PCR-Tests wurden hierfür an die neun Landespolizeidirektionen ausgegeben. Um für die Tests zu werben, ließ sich der Innenminister medienwirksam selbst testen. Doch das Netz ist empört: Das Foto der Testung soll eine vollkommen falsche Vorgehensweise zeigen. War der Test nur ein Fake?

Dieses Bild regt auf. Es sollte Innenminister Karl Nehammer bei der Durchführung eines Corona-Tests zeigen. Laut dem Bericht der Kronen-Zeitung ging Nehammer „mit gutem Beispiel voran und ließ sich im Innenministerium testen.“ Diese vermeintliche Vorbildwirkung zweifeln viele Leser nun an. Sie sind sich sicher: So wird kein Corona-Test sachgemäß durchgeführt!

Ärztekammer: Kopf soll nicht geneigt werden

Bei den oft schmerzhaften Abstrichen, die mit einem Wattestäbchen über die Nase aus dem Rachen entnommen werden, soll der Kopf laut den Empfehlungen der Ärztekammer auf keinen Fall geneigt werden. Ansonsten könne das Wattestäbchen direkt an der Schädelbasis landen! Allerdings ist auf dem Foto gar kein Wattestäbchen zu sehen – ein weiterer Umstand der für Spekulation sorgt.

Die Empfehlung der Ärztekammer im Wortlaut: „Der Patient wird angewiesen, den Kopf bei nicht gehobenen Kinn gerade zu halten. Ein Zurückneigen des Kopfes ist kontraproduktiv und führt geradewegs in Richtung der
Schädelbasis.“

Hinschaden-Gefahr durch Test-Fehler

Würde bei der Durchführung des Abstrichs nicht auf die Orientierung am Nasenboden geachtet, so besteht laut der Ärztekammer „eine nicht zu unterschätzende Verletzungsgefahr„. Denn wie die Kammer fortführt: „Aus den USA erreichen uns bereits erste Berichte über Schädelbasisperforationen und Liquorfisteln nach Abstrichentnahmen, da die Rhinobasis hier stellenweise nur einen papierdünnen Knochen darstellt.“

Doch Karl Nehammer lehnt sich auf dem Foto so weit als möglich zurück. Würde der Test in dieser Position durchgeführt werden, wären laut der Ärztekammer Gehirnschäden zu befürchten. 
Viele Nutzer bezweifeln deswegen auf Twitter und im Krone-Forum die Echtheit des vermeintlich vorbildlichen Voranschreitens des Innenministers zur Testung.

Nutzer sind empört

Unter dem Beitrag der Krone zeigten sich einige Nutzer empört. Sie glauben nicht, dass Karl Nehammer wirklich einen Corona-Test gemacht hat.

Twitter-Nutzerin Christina bemerkte, dass auf dem Foto gar kein Wattestäbchen zu sehen ist:

„Frechheit“: Eine andere Nutzerin verortet eine „Inszenierung“ und fühlt sich vom Innenminister für blöd verkauft:

Auch Ex-Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) ätzt über den geplatzten PR-Gate. Bei der „türkisen Showpolitik“ sei etwas schiefgelaufen glaubt er: