Was wird damit bezweckt? Das ist die Frage, die sich viele unserer Leser stellen, seit sich eine Kleinformat-Tageszeitung bemüht, den wegen Spionage verurteilten Salzburger Bundesheer-Oberst Martin Möller (mit Zweitwohnsitz im Mühlviertel) zum Super-Spion hochzustilisieren.

Kommentar von Kurt Guggenbichler

Wovon soll mit den jüngsten „Enthüllungen“ über ihn abgelenkt werden? Vielleicht von einem Leck im BVT, durch das möglicherweise ein Detail an das Kleinformat gesickert sein könnte? Dieses Detail war nämlich nur bei der nicht-öffentlichen Verhandlung in Salzburg erörtert worden.

Ein anderes Blatt wiederum berichtete, dass der „Top-Spion“ Möller den Russen beispielsweise verraten hätte, dass der frühere Generalstabschef Otmar Commenda für sein Leben gern Punschkrapferl nascht.

Das könnte durchaus von Möller preisgegeben worden sein. Denn, so seine Einlassung, nur Gerede und ohnehin Bekanntes habe er den Russen zugetragen.

Doch nach Meinung unserer „Wochenblick“-Leser gibt es größere Verräter als Möller in diesem Land. Das sind jene, die dafür gesorgt haben, dass Österreicher, die sich jetzt in die vorzeitige Alters­pension verabschieden wollen, mit Abzügen bestraft werden, weil sie sich vor ihrem Präsenzdienst beim Heer nicht gedrückt haben. Das ist der Verrat des Staates an seinen wehrwilligen Bürgern.