Obwohl es keine wissenschaftliche Grundlage für ein hohes Infektionsgeschehen in Schulen gibt, schließen Österreichs Schulen am Dienstag. Von da an dürfen Kinder nur noch zur Betreuung ins Schulgebäude kommen, gelernt wird abseits des Homeschooling nichts. Oberösterreichs stellvertretender Landeshauptmann Dr. Manfred Haimbuchner (FPÖ) sieht die Chancengleichheit der Kinder gefährdet.

Manfred Haimbuchner kritisiert den fehlenden wissenschaftlichen Konsens: „Es gibt bisher keinen wissenschaftlichen Konsens oder überhaupt tragfähige Erkenntnisse darüber, dass Schulen sowie Kinder und Jugendliche zu den Treibern der steigenden Infektionsraten gehören.“ Wie Wochenblick berichtete, sprechen sämtliche wissenschaftlichen Studien dagegen, dass Schulen Treiber der Infektionswelle seien.

Bundesregierung raubt Kindern Entwicklung

Für Haimbuchner steht fest: „Der Mikrokosmos ‚Schule‘ ist der zentrale Ort für Wissensvermittlung, soziale Interaktion und die Herausbildung geistiger Mündigkeit. Wer, wie die Bundesregierung, Kinder und Jugendliche durch die Streichung des Präsenzunterrichts all dieser Dinge de facto beraubt, der braucht dafür eine außerordentlich gute Begründung und die ist schlicht und ergreifend nicht gegeben.“

„Das Schlechteste aus beiden Welten“

Der Landeshauptmann-Stellvertreter knüpft mit seiner Kritik auch an die Äußerungen des Linzer Gesundheitsstadtrats Dr. Michael Raml an, der das Krisenmanagement der Bundesregierung mit Blick auf den Zustand von Wirtschaft und Gesundheitssystem in einer Pressekonferenz am Sonntag als „das Schlechteste aus beiden Welten“ bezeichnet hatte.

Haimbuchner fordert Auskunft über 2021-Szenarien

Oberösterreichs FPÖ-Chef Haimbuchner dazu wörtlich: „Der Schutz von Risikogruppen, die Chancenwahrung für junge Menschen und eine wirksame Unterstützung von Betrieben und Arbeitnehmern wären vereinbar gewesen. Die Bundesregierung hat jedoch für nichts davon Vorsorge getragen und deshalb wächst sich diese Pandemie nach einer Gesundheits- und Wirtschaftskrise jetzt auch zu einer Regierungskrise aus. Die politische Führung und zahlreiche Behörden in Österreich sind offenkundig mannigfaltig überfordert. Ich erwarte mir, dass nun zeitnah kommuniziert wird, mit welchen Szenarien und politischen Handlungsoptionen man ins Jahr 2021 zu gehen gedenkt.“