Linz feiert derzeit wieder einmal Jahrmarkt. Überschattet wurden die Vorbereitungen für den „Urfix“ diesmal von einer Geschichte, die auf den ersten Blick als gar peinliche Provinz-Posse anmutet, in Wahrheit aber Symbolcharakter für generelle Entwicklungen unserer Zeit beinhaltet.

Ein Kommentar von Rene Rabeder

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Fahrgeschäft war zu erfolgreich

Die größte Attraktion des letzten Urfahranermarkts war ein Fahrgeschäft, das seine Gäste erst langsam in 80 Meter Höhe beförderte, um sie danach, meist laut schreiend und kreischend, im freien Fall in die Tiefe zu entlassen. Der Turm entwickelte sich bei seinem ersten Gastspiel sofort zum absoluten Publikumsmagneten. Viele Besucher hätten sich auch heuer wieder darauf gefreut, sich davon den Magen umdrehen zu lassen. Doch der Neid der anderen Schausteller wusste das zu verhindern. „Zu erfolgreich“ sei das Geschäft gewesen. Die Attraktion hätte Kunden von ihnen weggelockt. Das mag natürlich sein. Nicht übersehen sollte man aber, dass dieses Fahrgeschäft generell mehr Leute auf die nördliche Seite der Donau lockte. Mehr Frequenz müsste eigentlich bedeuten, dass auch für Geisterbahn, Autodrom und Ringelspiel noch genug Geld zu verdienen gewesen wäre. Und wenn nicht, dann wäre es vielleicht vernünftiger gewesen, zu fragen, wie man das eigene Angebot attraktiver gestalten könnte. Wir neigen aber leider als Gesellschaft dazu, uns am Niveau der Schwächeren zu orientieren und dies als Maßstab zu verwenden.