Die Zahl der neuen Krebserkrankungen liegt in Österreich bei 39.000. Laut WHO ist in den nächsten Jahren mit einer weiteren Zunahme zu rechnen. Zu diesem brisanten Thema fand im Alten Linzer Rathaus eine Informationsveranstaltung statt.

Gesundheitsreferent und Vizebürgermeister Detlef Wimmer konnte mehr als 100 interessierte Gäste bei den Fachvorträgen begrüßen.

Aufklärung zu den vielen Möglichkeiten

Trotz oder gerade wegen der immer höheren Lebenserwartung steigen die Krebserkrankungen an, die eine Therapie verlangen und oft einen langen Leidensweg einleiten. Häufigste neu diagnostizierte Krebsart ist der Lungenkrebs, gefolgt von Brustkrebs und Darmkrebs.

Aufklärung zu den vielen Möglichkeiten der Erkennung und Therapie boten Onkologe Dr. Ansgar Weltermann, Präsident der OÖ. Krebshilfe und Leiter des Tumorzentrums im Ordensklinikum sowie Mag. Monika Hartl, Beratungsstellenleiterin der Krebshilfe.

Ängste kommen auf

Einen wesentlichen Punkt nahm auch die Psyche der Patienten zum Zeitpunkt der Diagnose ein. „Jeder kann sich noch genau an den Zeitpunkt und die genaue Situation erinnern, als er mit der Krebsdiagnose konfrontiert wurde“, sagt Dr. Ansgar Weltermann. Und hier müsse man als Arzt und Therapeut ansetzen. Denn die Diagnose „Krebs“ verändere alles im Leben eines Patienten.

Fast allen ziehe es den Boden unter den Füßen weg und es kommen rasch Ängste auf, die die folgenden Bereiche betreffen: Beruf, die finanzielle Situation, die Familie, die Partnerschaft. „Hier kommt es zu einer Gefühls-Achterbahn und noch dazu sind zu diesem Zeitpunkt rasch wichtige Entscheidungen über die Art der Behandlung zu treffen. Viele Patienten sind hier sehr stark gefordert“, schildert der Onkologe.

Ablehnung der Chemotherapie

Platz hatten bei der Veranstaltung auch persönliche Schilderungen: Ergreifend war der Bericht einer Patientin, die nach der Verabreichung der Chemotherapie lange Zeit in ein Koma fiel. Sie lehnt nach ihrer negativen Erfahrung mit der Behandlung heute jede weitere Chemotherapie ab.

Dennoch rät Dr. Weltermann jederzeit zur Krebstherapie in irgendeiner Form: „Auch wenn erwiesenermaßen nicht jedes Medikament jedem helfen kann, sollte man immer den Weg der Therapie gehen. Unsere Gesellschaft kann sich das leisten.

Lebensqualität im Zentrum

Das gilt für Patienten in jedem Lebensalter.“
Breiten Raum nahm auch das Thema Nebenwirkungen ein, hier sei das Eingehen auf den individuellen Patienten enorm wichtig, es gebe keine Patent-Rezepte, es müsse jeder Fall anders gesehen und behandelt werden.

Für alle Betroffenen gilt, auch für jene, die nur noch palliativ behandelt werden: „Im Zentrum steht immer die Erhaltung der Lebensqualität.“
Und in der Forschung geschehe derzeit sehr viel, sodass viele neue Medikamente auf den Markt kommen, die den Betroffenen in Zukunft weiteren Nutzen bringen können.