In der freien Wirtschaft wäre ein Manager, der den ganzen Laden an die Wand fährt, die Posten über Freunderlwirtschaft vergibt und Einschüchterungstaktiken lustig findet, schnell Geschichte.

Ein Kommentar von Alfons Kluibenschädl

In der Politik läuft der Hase aber anders – zumindest bei den Türkisen. Obwohl es infolge diverser Skandale und Skandälchen längst an der Basis gärt und die Konservativen in der Partei gerne einen Kurz-Sturz hätten, will die abgehobene Parteispitze der Volkspartei davon nichts wissen. Mit einem einstimmigen Beschluss entschied der Parteivorstand: Man will es noch einmal vier Jahre mit Kurz probieren. Beim Parteitag Ende August in Niederösterreich – wo sonst – sollen die Weichen dafür offiziell gestellt werden. Ob sie ihren Kanzler auf dieselbe Art und Weise „lieben“ wie sein Beidlbilder sammelnder Intimus Thomas Schmid oder nur ahnen, dass die Alternativen dünn gesät sind, wissen die Götter.

Kein Sumpf zu tief

Denn vom Klubchef über die Minister bis zu den Spitzenleuten mächtiger Bünde kann man die Sympathieträger der ÖVP noch an der verstümmelten Hand locker-flockig abzählen.
Kein Korruptionsvorwurf und kein Raubbau an den Grund- und Freiheitsrechten oder der heimischen Wirtschaft scheint an dieser Einstimmigkeit rütteln zu können. Das heißt konkret: Auch Stelzer hält dem Geilomobil-Kanzler die Stange, ist mit der Entscheidung für Kurz ähnlich zufrieden wie bei der ersten Wahl seines „starken Obmanns“ (O-Ton Stelzer). Das sollten die Oberösterreicher bedenken, wenn es im Herbst zum Urnengang in unserem Bundesland kommt.

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