Während in Europa noch darüber diskutiert wird, ob, wie und vor allen wohin alle Migranten von der Insel Lesbos nach Europa umgesiedelt werden sollen, gibt es längst einen neuen Hotspot, der immer mehr in den Mittelpunkt gerät. Nachdem die Balkanrouten für Migranten aus aller Welt geschlossen wurden, nutzen die Umsiedlungswilligen jetzt die Atlantikroute und reisen über die Inseln im Mittelmeer in die EU ein. Auf den kanarischen Inseln regt sich jetzt Widerstand.

Vom Migrantenstrom stark betroffen sind die Kanarischen Inseln. Seit Beginn des Jahres sind mehrere tausend Afrikaner auf den Inseln angekommen, alle träumen von einem besseren Leben und wollen nach Mitteleuropa umgesiedelt werden. Während die Behörden längst an ihre Grenzen gestoßen sind, wird der Frust und die Wut der Einwohner der Kanarischen Inseln immer größer.

Ein Platz in den Schlepperbooten kostet bis zu 1.000 Euro. Schleuser aus Westafrika sorgen dafür, dass die Migranten kurz vor der EU aus dem Wasser gezogen werden. Der Zustrom von illegalen Einwanderern auf die Kanarischen Inseln nimmt dramatische Züge an. Im November kamen binnen eines Monats mehr als 8.000 Menschen aus Afrika per Boot auf den spanischen Inseln an.

Zahllose Migranten warten auf Überfahrt ins gelobte Europa

18.000 Migranten warteten im November auf ihre Umsiedlung Wochenblick berichtete. Wegen Platzmangels wurden sie kurzerhand in Hotels einquartiert.

Dort befinden sie sich noch immer, was die einheimische Bevölkerung auf die Barrikaden ruft. Die Gemeinde Mogán auf Gran Canaria hat die in Hotels einquartierten Migranten noch immer nicht in andere Einrichtungen verlegt und lässt die Afrikaner weiter in Luxushotels residieren. Kanarische Zeitungen berichten derweil, dass es immer öfter zu Auseinandersetzungen zwischen Afrikanern und der Bevölkerung kommt.

Am Mittwoch belästigten 10 Afrikaner zwei spanische Mädchen und schlugen einen Anwohner, der den beiden helfen wollte, kurzerhand zusammen. Daraufhin sammelten sich rund 100 junge Spanier vor einem der Migranten-Hotels in Arguineguín und protestierten gegen die Unterbringung der illegalen Einwanderer.

Die Einwohner wollen den Tourismus retten

Allein in der Gemeinde Mogán sind momentan etwa 3.000 Afrikaner in Hotels, die eigentlich für Touristen gedacht sind, untergebracht. Bereits am Freitag hatten Hunderte Bewohner in Puerto Rico gegen die Unterbringung der Fremden demonstriert und sofortige Wiederherstellung des Tourismus gefordert.

Der Demo schlossen sich neben der Bürgermeisterin von Mogán, Onalia Bueno, auch mehrere Politiker und Geschäftsleute an. (AA)