Im heurigen Gedenkjahr wird dem vor 100 Jahren zu Ende gegangenen Ersten Weltkrieg mit seinen Millionen von Toten gedacht. Unter diesen Toten befinden sich auch viele Gefallene aus Kleinmünchen, die schon der Vergessenheit anheimgefallen sind.

Ein Bericht von Chefredakteur Kurt Guggenbichler

Denn auf dem zu ihrem Andenken errichteten Kriegerdenkmal, für deren Erhalt sich offenbar niemand zuständig fühlt, sind die Namen der Soldaten, die ihr Leben für Volk und Vaterland gaben, verwittert und nicht mehr zu lesen.

Ist es wirklich wertlos?

In vielen schönen Reden dürften heuer der großen Zahl der Menschenopfer dieses Völkerschlachtens besungen werden, aber in der Praxis sieht der Umgang mit den Auswirkungen dieses Krieges mancherorts offenbar anders aus – wie sich an dem kleinen Beispiel des vor sich hin verfallenden Kriegerdenkmals vor der Kirche in Kleinmünchen zeigt.

Darin ortet der Heimatforscher Thomas Lackner einen besonders liederlichen Umgang mit dem Andenken an diese Toten und mit der Geschichte und er fragt sich, ob dies wirklich die Zeichen unserer modernen Zeit sind, dass alles, was irgendwie mit unseren Vorfahren zu tun habe, wertlos sei?

Keiner zuständig

Schon lange vor Ausrufung des Gedenkjahres hat er sich auf die Suche nach den Eigentümern dieses Kleinmünchner Kriegerdenkmals gemacht und dabei feststellen müssen, dass dieses faktisch „herrenlos“ ist. „Ich wollte den Eigentümer für eine Renovierung des 1922 errichteten Kleindenkmals gewinnen“, erläutert Lackner, kann jedoch niemanden finden, der zuständig ist. Errichtet wurde es seinerzeit von „den Bewohnern und der Kriegsbeschädigten Organisation Kleinmünchen“ wie auf einer Tafel zu lesen ist, doch davon ist niemand mehr aufzutreiben.

Bei der Landeskulturdirektion gebe es dazu jedenfalls keine Unterlagen, wurde Lackner auf Nachfrage von Gerhard Gaigg dazu mitgeteilt, der jedoch vermutet, dass die Stadt Linz dafür zuständig sei. Doch auch diese fühle sich dafür nicht verantwortlich wie man von einem Herrn Luckenender vom Kulturamt der Stadt Linz dazu erfährt, weil die Kommune nicht Eigentümer sei. Auch in den ehemaligen Gemeindeunterlagen von Kleinmünchen konnte Lackner bislang auf die Schnelle nichts finden.

Suche geht weiter

Eine Anfrage beim oö. Kameradschaftsbund blieb ohne Reaktion und bei der Kriegerdenkmälerabteilung des Innenministeriums sei man nur für jene aus dem Zweiten Weltkrieg zuständig wie es von dort heißt.

Die Pfarre Kleinmünchen teilt zu dem Fall mit: „Das Kriegerdenkmal steht wohl auf einem Kirchengrundstück, aber das Denkmal gehört weder dem Stift St. Florian noch der Pfarre.“ Über eine Beteiligung der Renovierungskosten ließe diese jedoch mit sich reden. So forscht Lackner unermüdlich weiter, in der Hoffnung, den oder die Besitzer doch noch zu finden und für eine Renovierung zu begeistern.