Weltweite Denkmalstürze sollen mit der westlichen Welt, wie wir sie kennen, brechen. Unsere Kultur sei „strukturell“ rassistisch, argumentieren die „Black Lives Matter“-Demonstranten. „Es ist leichter, alles herunterzureißen und zu bekritteln, als selbst etwas Positives vorzubringen.“, sagte Otto von Bismarck. Heute ist sein Denkmal in Hamburg mit roter Farbe bespritzt. Er sieht aus, als befände er sich mitten in einer blutigen Schlacht.

von Bernadette Conrads

Zuvor wurden selbst Gründerväter der USA zur Zielscheibe der gewalttätigen „Black Lives Matter“-Bewegung. Die Engländer kamen den Zerstörern im Falle Churchills zuvor und schützen ihn in einem stählernen Sarkophag.

Es sind augenscheinlich vor allem jene herausragenden Persönlichkeiten, die den Charakter von Nationen bestimmen, die durch die Proteste zu Fall gebracht werden sollen. Das gipfelt darin, dass selbst die Statue von Christoph Kolumbus gestürzt wurde.

Alles, dem nach heutigem Ermessen irgendeine Schuld zugerechnet werden kann, soll zerstört werden, restlos vernichtet. Dabei wird keinerlei Versuch eines Verständnisses der Verhältnisse zu Lebzeiten der betroffenen Persönlichkeiten unternommen.

Gemessen an den gegenwärtigen Vorstellungen politischer Korrektheit gibt es wohl keine historische Persönlichkeit in der westlichen Zivilisation, für die entsprechend solcher Kriterien kein Denkmalsturz in Frage käme.

Dieser Geist reicht so weit, dass selbst Universitätsprofessoren sich damit rühmen, ein Denkmal an der Uni Wien zerstört zu haben. Ja, er wird sogar direkt von den Eliten befördert.

Moralisch verordnet

Von Instituten, und das unabhängig davon, ob sie von Soros oder vom Staat finanziert werden. Von Konzernen. Von Medien. Von Künstlern. Und von den meisten Parteien sowieso. Die von vorgeblicher, moralischer Deutungshoheit verordnete Kulturrevolution ist in vollem Gange. Der Mob vereint unterschiedliche Typen der Krawalllustigen.

Während die einen nur zerstören wollen, folgen andere in blinder Wut einer Vorstellung von Ungerechtigkeit, die reichlich unreflektiert erscheint. Wieder andere wollen „nur“ eine Playstation 4 ergattern oder sich einmal in ihrem Leben „gratis“ bei Louis Vuitton eindecken.

Unabhängig von der Motivlage, erfüllt ein solches Handeln stets den Zweck, mit dem Alten zu brechen. Es geht um die Herrschaft über den öffentlichen Raum. Die Symbole, die in den Protesten zerstört werden, sind wesentlicher Teil unserer jeweiligen nationalen Identitäten. Der Bruch mit diesen Identitäten führt uns in eine Ungewissheit. Das Stürzen von Denkmälern bedeutet immer einen Systembruch.

Jetzt wird die Frage, ob das Zusammenleben in multi-ethnischen Gesellschaften funktionieren kann, nicht mehr von Rechtspopulisten gestellt, sondern von Linksradikalen und ethnischen Minderheiten. Und solange die verschiedenen Kulturen keinen gemeinsamen Nenner gefunden haben, wird der Konflikt – mal stiller, mal brodelnder – andauern.