Bei den eindrucksvollen Bildern rund um den Brand im Migrantenlager Moria stellt sich heraus: Einige der intensivsten Fotos stammen von dem einschlägigen Fotografen Angelos Tzortzinis – wieder einmal. 

Diese vom Wochenblick exklusiv recherchierte Geschichte ließ im März aufhorchen: Ein griechischer Fotograf, der bereits während der großen Asylkrise von 2015 für prägende Bilder sorgte, war erneut an vorderster Front aktiv, um Mitleids-Bilder zu schießen.

Tzortzinis-Bilder immer nach demselben Schema

Brisant war dabei, dass er in einem Fall sogar fast exakt dasselbe Motiv ablichtete – und das betraf ausgerechnet die so ikonische, verzweifelt klagende Migrantin. Vor fünf Jahren fotografierte Angelos Tzortzinis einen syrischen Mann im identischen Szenario.

Zwei mal lichtete derselbe Fotograf dieselbe Szene ab, einmal im Spätsommer 2015 – und einmal im Frühjahr 2020.

Auch in Moria wieder von der Partie

Wenig überraschend war es dann, herauszufinden: Auch im Nachlauf des verheerenden Brandes im Asyl-Lager Moria nach einer mutmaßlichen Brandstiftung durch Migranten im Zuge eines Aufstandes ist der preisgekrönte Fotograf an vorderster Front dabei. Und: Wie so oft liefert er immer genau jene Bilder, die das Leid und Unheil besonders eindrucksvoll zu suggerieren vermögen. Häufig dokumentiert er wehklagende Gesichter: Er liefert wieder das moralische Faustpfand für jene, die alle Migranten in Europa verteilen wollen.

Viele der Bilder der letzten Tage liefen ausgerechnet demselben Fotografen vor die Linse, der sich bereits mehrfach damit einen Namen machte. Wieder dominieren nicht die Bilder ausgeflogener männlicher Jugendlicher in Markenkleidung, sondern das Wehklagen kleiner Kinder, Frauen und Familien. Manches Bild hat eine derart düstere Atmosphäre, dass man vom gezielten Einsatz von Linsenfiltern ausgehen kann.

Mainstream musste Manipulation im März zugeben…

Für Tzortinis ist das Ablichten derartiger Szenen seinen eigenen Worten zufolge kein normaler Auftrag, sondern eine Berufung. Denn er wuchs in einem Armenviertel im Umfeld von Migranten auf. Betende Syrer am Strand, überfüllte Schlauchboote – und jetzt Frauen, die aus dem gelegten Inferno kleine Kinder heraustragen. Dass solche Aufnahmen ein einseitiges Bild der Situation vor Ort darstellen, mussten im Frühjahr diverse etablierte Medien, darunter der ORF, letztendlich eingestehen.

…und manipuliert offenbar munter weiter

Dass sich Fotografen erneut auf die tränenreichsten Motive stürzen, anstatt die Lage ausgewogen darzustellen, lässt ein Beitrag von Rebecca Sommer anklingen. Die frühere Asylhelferin, die im Sommer gegenüber dem Wochenblick in zwei Teilen von ihren Erfahrungen und daraus nötigen Lehren erzählte, berichtete für den Blog von Boris Reitschuster vor Ort in Lesbos. Im Detail beschreibt sie dabei die Methoden, mit denen die Mainstream-Medien ihre Bilder inszenieren…