Sebastian, der erste seines Namens, Kanzler von Gnaden der dafür bezahlten Mainstream-Medien und des braven Wahlvolkes, ist in einem wahren Machtrausch. Nachdem er seine Untertanen zum zweiten Mal einsperrt und sie notfalls samt und sonders zwangstesten will, widmet er sich nun wieder seinem einstigen Metier auf dem außenpolitischen Parkett. Er pflegt seine engen Verbindungen nach Albanien.

Kommentar von Alfons Kluibenschädl

Der Balkan, der Balkan – der scheint es Sebastian Kurz angetan zu haben. Ob es familiäre Bande ist, die dem im „kleinen Waldviertler Dorf“ Meidling aufgewachsenen Nachfahren einer Donauschwäbin diesen Erdteil nahestehen lässt, weiß nur er selber. Eines ist aber klar: Einige Jahre nach seinem groß inszenierten, angeblichen Schluss der Balkan-Route möchte er diese Länder dem Moloch der Europäischen Union einverleiben.

Globalist Kurz will die EU immer weiter vergrößern

Sie haben richtig gelesen: Denn bei einer Videokonferenz mit dem albanischen Premier sprach er nicht nur über den Kampf gegen Terror, Corona und Extremismus – sondern auch über seine Unterstützung für den Erweiterungsprozess. Er legte sich auf Twitter fest: „Die EU ist erst vollständig, wenn alle Länder des Weltbalkans ihr beigetreten sind“. Ihr habt es gehört: in einer Krisenlage denkt der gelernte Globalist eben zuerst daran, ein undemokratisches und über-nationales Konstrukt zu vertiefen.

Stolze Albaner halten eigenes Land nicht für beitrittsreif

Meine Verwunderung orientiert sich an keiner vermeintlichen Missgunst. Natürlich sind sämtliche europäischen Völker unsere natürlichen Verbündeten – gerade wenn es darum geht, zu verhindern, dass vielleicht tausende islamistische Schläfer auf unseren Kontinent gelangen. Und das albanische Volk hat eine ebenso stolze wie wechselhafte Geschichte, in deren Lauf das illyrische Stammland sich jahrhundertelang gegen das osmanische Joch wehren musste. Ich gönne ihnen einen Aufstieg als Land von ganzem Herzen.

Daran ändert auch der Umstand wenig, dass manch einer mit Migranten aus Albanien bereits negative Erfahrungen machte. Die Albanier in Albanien sind sehr gastfreundlich, zuvorkommend, traditionell und befinden sich nach dem Fall des Kommunismus im Aufbruch. Einzig: So richtig will der Aufbruch nicht gelingen – und das sehen auch dessen Bürger realistisch so. Schon ein Studienfreund aus jenem Land witzelte gerne über die Kinderkrankheiten des freien Albaniens. Und erst im Sommer erhob eine Umfrage, dass nicht einmal die Hälfte der Albaner ihr Land bereit für einen EU-Beitritt sieht.

Das Kanzler-Telefon bimmelt für Gäste aus aller Welt

Mindestens so fragwürdig ist allerdings, wie selbstverständlich sich Kurz seit einigen Tagen im öffentlichen Raum als „Macher“ präsentiert. Nachdem er den lästigen Souverän für einige Wochen mit Angst und Panik vor dem unsichtbaren Feind des Virus ruhig stellen konnte, telefoniert er mit der halben Welt. Zuletzt auch mit der Slowakei, wegen der Massentests. Das alles soll wohl demonstrieren: Wir, das kleine Österreich, sind wieder wer. Und das alles dank unseres gütigen Sonnenkanzlers!

Nur einen Tag vor seiner Konferenz mit dem albanischen Amtskollegen twitterte er freudig über sein „gutes Gespräch“ mit Israels Premier Netanyahu. Es ging dabei um den Umgang mit der zweiten Corona-Welle. Für den aufmerksamen Bürger wird eine Erinnerung an das Frühjahr wach. Nachdem Kurz das Land ein erstes Mal herunterfuhr, gab er zu, dass ein mahnendes Gespräch mit dem israelischen Staatschef hauptausschlaggebend für seine Entscheidung war.

Enges Zusammenspiel der beiden Regierungschefs

Auch im weiteren Verlauf schauten die beiden Länder übrigens voneinander ab. Israel orientierte sich bei den Öffnungen des Handels und des öffentlichen Lebens an Österreich. Dafür kopierte unsere türkis-grüne Regierung die dortige Corona-Ampel – in der Form eines unprofessionellen Abklatsches, versteht sich. Als dann Israel als erstes Land der westlichen Welt einen zweiten Lockdown ausrief, warnte der Wochenblick als erstes heimisches Medium, dass ein solcher möglicherweise auch Österreich bevorstünde.

Zum damaligen Zeitpunkt, so viel müssen wir mangels Glaskugel zugeben, war das eine gewagte Spekulation. Einige Wochen später verdichteten sich dann aber tatsächlich die Anzeichen – einzig unsere Regierung schwindelte dem Land noch bis einschließlich Mitte Oktober ins Gesicht, dass man daran gar nicht denke. Während der üppig alimentierte Mainstream dieses Narrativ lange nachplapperte, hatten freie Medien wie Wochenblick zu diesem Zeitpunkt bereits wochenlang auf anderslautende Vorhersagen von Insidern verwiesen. Auch uns wäre übrigens lieber, wir hätten uns damit geirrt…