In Deutschland wird der nächste Lockdown geplant oder ist in einigen Bundesländern bereits beschlossene Sache. Dabei wurde erst vor wenigen Wochen eine derartige Maßnahme ausgeschlossen.

Die Regierungen agieren völlig im Freiflug. Keiner weiß, was er eigentlich will und noch weniger, was er vor ein paar Tagen, Wochen oder gar Monaten noch gesagt hat. Die Ansichten der Politiker und ihrer Berater ändern sich in einem Tempo, wie normalerweise ein Virus mutiert. Denn nun kommt in Deutschland wieder ein harter Lockdown. In einigen Bundesländern wie Bayern und Sachsen bereits vor Weihnachten, in anderen vermutlich erst danach, aber die Zeichen, dass er kommt, mehren sich. So sprach bereits Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) davon, bei anhaltenden steigenden Infektionszahlen strengere Maßnahmen ins Auge zu fassen, bis hin zu erneuten Schließungen des Einzelhandels. Was also in einzelnen Bundesländern bereits umgesetzt wird, in Sachsen soll der Handel – ausgenommen sind Supermärkte, Apotheken etc. – bereits ab nächste Woche Montag kommen,

Mit dem Wissen von heute… und Masken

Dabei gab sich die Politik vor kurzem noch entspannter beim Corona-Thema. Gegenüber der „Bild“ erklärte Gesundheitsminister Jens Spahn noch vollmundig: „Man würde mit dem Wissen heute, das kann ich Ihnen sagen, keine Friseure mehr schließen und keinen Einzelhandel mehr schließen. Das wird nicht noch mal passieren. Wir werden nicht noch mal Besuchsverbote brauchen in den Pflegeeinrichtungen.“ Zudem verteidigte er die harten Maßnahmen aus dem Frühjahr und wies darauf hin, dass man die Lage aus dem März nicht mit dem Wissen aus dem September bewerten dürfe. Denn jetzt wisse man mehr über den Virus und seine Behandlung. Deswegen könnten Entscheidungen um mögliche Schutzmaßnahmen auch künftig anders ausfallen als noch zum Beginn der Pandemie. Auch, so gab Spahn sich damals selbstsicher, hätten jetzt alle gelernt „wie wir uns schützen können, ohne dass es diese Maßnahmen braucht“. Vor allem brauche es zukünftig die Masken.

Den Sommer verstreichen lassen

Mit dem vielgepriesenen Wissen und den Masken war es dann aber nicht so weit her. Nun geht es Deutschland ähnlich wie bereits Österreich und der nächste Lockdown kommt. Wobei in Deutschland derzeit noch jedes Bundesland sein eigenes Süppchen kocht, so dass es keine einheitlichen Maßnahmen gibt. Auffällig ist allerdings, dass die – mit Steuergeld gutbezahlten Politiker und Experten die Frage nach dem Scheitern der Ankündigungen und den Gründen dafür, dezent unter den Tisch fallen lassen. Schuld ist vermutlich wieder der beratungsresistente Bürger, der die Empfehlungen nicht richtig umgesetzt hat und nicht die Politik, die den Sommer verstreichen ließ, ohne Bettenkapazitäten zu erhöhen oder brauchbare Schutzkonzepte für Risikogruppen umzusetzen.