Der rasende Wirt mit seinem Rennfahrer-Kollegen.

Dass der 650 Einwohner zählende Ort Steyerling noch ein Wirtshaus hat, grenzt fast schon an ein Wunder. Doch mit seinem Gasthaus „Kaiserin Elisabeth“ trotzt Siegfried Schwarz (52) schon seit Jahren erfolgreich dem auch in Oberösterreich zu beobachtenden Sterben von Traditionslokalen.

Ein Porträt von Kurt Guggenbichler

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„Weil mein Gasthaus in einer Sommer- und Winterausflugsregion steht, wird es zum Glück von vielen Wanderern und Skitourengehern besucht“, freut sich Schwarz, bei dem sich regelmäßig auch noch die Stammtische der Jäger und Fischer versammeln.

Adelige Gäste

Darüber hinaus kehren auch viele der Zweithaus- oder -wohnungsbesitzer aus der Umgebung bei ihm ein. Dabei handelt es sich meist um Unternehmerfamilien aus Linz, Wels oder auch noch von weiter her.

Sogar der deutsche Fürst von Schaumburg-Lippe, der Besitzungen in Steyerling hat, sowie der Herzog von Württemberg, der gern in Hinterstoder weilte, darf Schwarz zu seinen Gästen zählen.

Adelige Besucher sind nichts Ungewöhnliches in dem Steyerlinger Gasthaus, das nicht von ungefähr „Kaiserin Elisabeth“ heißt.

Familie betreibt Haus in dritter Generation

Denn die Namensgeberin, Kaiserin Sisi, war am 4. Juli 1887 nach einer Wanderung vom Almsee über den Ödtsee nach Steyerling gekommen und hatte bei den Vorgängern der heutigen Betreiberfamilie des Gasthauses eine kurze Mittagsrast eingelegt.

Die Familie Schwarz betreibt das Haus nun in der dritten Generation. Gekauft hatte es einst Siegfrieds Großvater, der aus Molln gekommen war und vor allem die zum Wirtshaus gehörende Bäckerei übernommen hat.

„Das Gasthaus wurde damals quasi mitgemacht“, erläutert Schwarz. Heute ist es umgekehrt. Es werde hier vormittags noch nebenbei Brot verkauft, das Siegfrieds Bruder Herbert, ein Bäcker aus Micheldorf, anliefert.

Eltern helfen mit

Eine „g’mahte Wies’n“ ist das renommierte Gasthaus trotz Zuspruchs jedoch nicht. Es gebe auch besucherschwache Zeiten, die man mit Zimmervermietung überbrücke, lässt Schwarz durchblicken: „Wir offerieren 30 Betten, die vor allem mit Durchreisenden ausgelastet werden, darunter Urlaubs- und Geschäftsreisende (Vertreter).“

Mit sechs ständigen Mitarbeitern hat Schwarz auch immer gut zu tun. Mutter Ulrike (70) hilft noch in der Küche mit und ihr Mann kümmert sich um die Müllentsorgung und um alles, was rund ums Haus zu machen ist.

Großen Wert legt Siegfried Schwarz darauf, dass seine Servicemitarbeiter neben aller Arbeit noch die Zeit finden, sich mit den Gästen zu unterhalten.

Das dürfte neben dem einfachen, aber schmackhaften Essensangebot mit einem stimmigen Preis-Leistungs-Verhältnis auch einer der Gründe sein, warum die Menschen gern ins „Sisi-Gasthaus“ kommen.

Zu jenen Leuten gehört auch die Linzer Unternehmerfamilie des Hubert Papinski, die schon seit Jahren am Freitagabend zum Speisen nach Steyerling kommt. Auch letzten Freitag war sie da und hat genussvoll ein Beuschel verzehrt.

Classic-Ausfahrt

Papinskis Sohn Berndt kennt Siegfried durch den Rallye-Sport. „Als Co-Pilot bin ich schon vier Mal österreichischer Staatsmeister geworden, zweimal davon mit dem Kris Rosenberger“, erzählt er mit glänzenden Augen: „Wir waren jahrelang die schnellsten Wirte Österreichs.“

Da Autofahren neben dem Golfen (Handicap 20) noch immer Sigis Lieblingssport ist, lädt er für Samstag, den 25. Mai, zu einer von ihm veranstalteten Classic-Sportwagenausfahrt von Steyerling zum Red Bull-Ring und wieder zurück ein.

Mitmachen kann dabei jeder und alle Teilnehmer werden am Ende der Ausfahrt von Schwarz im Gasthaus „Kaiserin Elisabeth“ bekocht.