Gerade im Internet und in den „sozialen Medien“ haben wir uns daran gewöhnt, dass Sperrungen und Zensur zum Alltag gehören. Doch was machen Sprechverbote und Zensur mit unserem Charakter und unserem Gehirn?

Ein Gastkommentar von Stefan Magnet

Julian Assange kritisiert Passivität der Masse

Was macht das mit uns, wenn wir uns auf die Lippen beißen, lieber schweigen, lieber weitergehen – uns in Konsum und Ablenkung flüchten? WikiLeaks-Gründer Julian Assange, der sich seit zehn Jahren auf der Flucht befindet und gegenwärtig in Londoner Einzelhaft auf seine Abschiebung in die USA wartet, wo ihn eine Haftstrafe von bis zu 175 Jahren oder gar die Todesstrafe erwartet, sagte zur Passivität der Masse: „Jedes Mal, wenn wir Zeuge einer Ungerechtigkeit werden und nicht handeln, bringen wir unserem Charakter bei, in solchen Situationen passiv zu bleiben und verlieren dadurch vielleicht die Fähigkeit, uns selbst und die, die wir lieben, zu verteidigen.“

Gefahren werden nicht ehrlich angesprochen

Wissenschafter, die sich mit dem angeborenen und erlernten Verhalten der Menschen beschäftigen, Humanethologen und Verhaltensforscher, haben herausgefunden, dass es nötig ist, Gefahren klar und deutlich zu benennen, damit unser menschlicher Geist diese auch korrekt einordnen kann. Redet man um den heißen Brei herum, versucht untaugliche, falsche Fremdwörter zu finden, nur um unmissverständliche Gefahren nicht ansprechen zu müssen, verhindert man dadurch, dass den Mitmenschen diese Gefahr ins Bewusstsein dringt. Im schlimmsten Fall verharmlose ich eine Gefahr soweit, dass ich es den Menschen verunmögliche, die Gefahr als solche zu erkennen – weil ich sie eben verschleiert, verfremdet anspreche. Es ist ein Unterschied, ob ich sage: „Ich habe nun die Absicht, Ihnen eine liquide Substanz zu injizieren, die mutmaßlich ihre physische Unversehrtheit tangieren wird.“ Oder ob ich sage: „Ich spritze Ihnen jetzt Gift und Sie werden sterben.“

Genetische Prädisposition

Bereits vor 30 Jahren machten Forscher bei Experimenten an Rhesusaffen eine erstaunliche Entdeckung. Ein junger Rhesusaffe braucht nur einmal zu erleben, wie seine Mutter vor einer Schlange erschrickt und er wird von dem Augenblick an selbst vor Schlangen erschrecken. Ein unerfahrener Affe kann diese Phobie auch erwerben, wenn er einen Videofilm eines vor einer Schlange erschreckenden Affen sieht. Manipuliert man das Video und ersetzt durch einen technischen Kniff nach dem Vorspielen die Schlange im Videofilm durch eine Blume, dann sieht der junge Affe, wie ein erwachsener Artgenosse vor einer Blume erschrickt. Das lässt ihn allerdings kalt.

Manipulation findet statt

Man spricht von einer „genetischen Prädisposition“. Es entspricht nicht der stammesgeschichtlich vorgegebenen Erwartung, dass ein Affe vor einer Blume erschrickt. Schlangen und Spinnen waren für Säugetiere Jahrtausende lang eine reale Bedrohung und Gefahr – was sowohl Affen als auch uns Menschen sprichwörtlich in „Fleisch und Blut“ übergegangen ist. Mit nur wenig Mühe können diese Ängste aktiviert werden – auch wenn wir nie persönliche Erfahrungen mit diesen Jahrtausende alten, in der Evolution unzählige Male begegneten Gefahren gemacht haben.  Viele Gefahren der Gegenwart sind neu. Beispielsweise das Automobil. In unserer Großvätergeneration hatte noch niemand in jungen Jahren ein eigenes Auto. Die Gefahr, durch einen Verkehrsunfall getötet zu werden, ist erst ein paar Jahrzehnte alt. Wir können also die schrecklichsten Autounfälle sehen: Wir fahren dann wohl kurze Zeit langsamer und vorsichtiger, bilden aber keine bleibende Meidereaktionen. Autos sind in unserem stammesgeschichtlichen Programm nicht vorgesehen.

Freies Wort ist verboten

Der weltberühmte deutsche Verhaltensforscher Irenäus Eibl-Eibesfeldt schlussfolgerte bereits 1995: „Ich sehe bei unserer gegebenen Motivationsstruktur nur den Ausweg, das rational als notwendig Erkannte über affektive Ankoppelung emotionell so zu besetzen, dass Engagement entsteht.“ Bedeutet: Gefahren müssen klar und deutlich ausgesprochen und benannt werden. Und wenn etwas das Überleben einer Gruppe gefährdet, muss dies auch als tödliche Bedrohung angesprochen werden dürfen.

Interessensgruppen, die eine globalistische und kulturelle Vermischung aus Ideologiegründen anstreben, wissen um diese Grundlagen. Daher würden sie gerne allen nationalen und regionalen Widerstandsgruppen das freie Wort verbieten.

Nicht der Zensur beugen

Es darf uns nicht wundern, wenn etwa Begriffe wie „Bevölkerungsaustausch“ gezielt kriminalisiert werden. Es soll damit verhindert werden, das Thema der Überfremdung emotional zu besetzen. Die einzige Möglichkeit wohlgemerkt, wie die Verhaltensforschung bestätigt, dass sich in diesem Thema überhaupt etwas ändert. Ich denke: Wir sollten uns nicht den Zensoren beugen. Wir sollten weiterhin aufrecht und geradlinig Dinge beim Namen nennen, da es für unsere eigene charakterliche Grundhaltung wichtig ist.