20Allwöchentlich bezieht Dr. Ferdinand Wegscheider, Salzburger Fernsehpionier und Intendant von ServusTV, Stellung zu Themen, die Österreich bewegen. Er tut dies auf eine humorvolle Art und Weise, die im deutschen Sprachraum rar geworden ist.

Eine Besprechung von Johannes Schüller

Seine Kommentare zum aktuellen Zeitgeschehen unterscheiden sich wohltuend vom eintönigen Geleier der Mainstream-Medien.

Sie bilden einen unterhaltsamen Gegenpart zum Zeitgeist-Kabarett, das mit Gossensprache „Volksnähe“ vorgaukeln möchte und sich für gehässige Tiraden, armselige Pointen und krude Wortschöpfungen von der linken „Bildungselite“ beklatschen läßt.

Grüne: Besserwisser-, Multikulti- & Verbotspartei

„Der Wegscheider“ ist nach gut zwei Jahren bereits zu einer satirischen Institution geworden, weshalb wir nachstehend seine letzten Sendungen besonders würdigen wollen: Nach der Nationalratswahl im Oktober kann sich Wegscheider den Spott über die waidwunden Genossen von SPÖ und Grünen nicht verkneifen.

Letztere bekommen als „frauendominierte Besserwisser-, Multikulti- und Verbotspartei, die sich über politisch korrektes Gutmenschentum, Genderwahn und Autofahrerschikanen“ definieren, ihr Fett ab.

In der ersten Sendung im November wagt er sich auf das heikle Parkett sogenannter und tatsächlicher „sexueller Belästigung“.

Herunterspielen der Migranten-Kriminalität

Das Hochspielen von fragwürdigen Vorwürfen gegen Einzelpersonen auf der einen und das Herunterspielen der Migranten-Kriminalität auf der anderen Seite führen uns die ideologische Schlagseite der heimischen Medienmonopolisten deutlich vor Augen.

In der zweiten Novemberwoche widmet sich „Der Wegscheider“ dem Phänomen der Selbstbeweihräucherung des verbitterten SPÖ-Parteichefs und seiner Gesinnungsfreunde unter der Journalisten-Lobby, die mit „Paradise Papers“ inhaltsleere Spalten und Sendezeiten füllen.

Die Einführung eines „dritten Geschlechts“ unter der Bezeichnung „inter“ durch das deutsche Verfassungsgericht regt zu mancherlei Wortspielen an.

Phalanx von linken Aktivisten

Die Sendung vom 18. November greift die Forderung des steirischen SPÖ-Chefs Schickhofer, „Wir müssen weg von einer Gesellschaft, die immer nur bevormunden will“, auf und richtet sie pointiert gegen die „Phalanx von linken Journalisten, Aktivisten und Meinungsmachern bis hin zum Bundespräsidenten“.

Ende November wühlt Wegscheider wieder in den Wunden der Roten und Grünen, um sich sodann dem Selbstmitleid linker Lohnschreiber zu widmen. Deren irrationale Geisteswelt wird in der ersten Dezembersendung klar herausgearbeitet: Die von Sebastian Kurz angekündigte Leistungsbewertung bei Schülern wie bei Lehrern wäre gar „gefährlicher Populismus“.

Satire jenseits des Zeitgeistes

Die größte Lachnummer liefert dabei SPÖ-Unterrichtsministerin Hammerschmid, wenn sie befindet, dass die Einrichtung von Deutschklassen (für die rund 40.000 Schüler, die nicht einmal Deutsch können) als „konservativer Retourgang“ die „Ausgrenzung“ fördere.

„Der Wegscheider“ beweist jedes Mal mit einem Augenzwinkern aufs Neue, dass intelligente Satire nur jenseits des abgestandenen linken Zeitgeistes angesiedelt sein kann…