Nicht differenziert genug, kein Hinterfragen der Corona-Maßnahmen: Zwei Medienforscher der Universität Passau untersuchten im Zeitraum von Mitte März bis Mitte Mai über 90 Sendungen von „ARD Extra“ und „ZDF Spezial“ und äußerten deutliche Kritik an der Berichterstattung

Allein die Häufigkeit der Sondersendungen habe den Medienwissenschaftlern Dennis Gräf und Martin Hennig zufolge ein permanentes Krisen- und Bedrohungsszenario vermittelt. Bilder wie „aus Endzeiterzählungen und Zombiegeschichten“ seien gezeigt worden, begleitet von Spekulationen über eine lang anhaltende Krise, die aber noch gar nicht da war.

Fiktion statt Dokumentation

Hennig erläuterte, dass die Sondersendungen eigenständige Modelle der Welt konstruierten, bestimmte Werte vermitteln und dabei mit Zuspitzungen arbeiten würden. Inszenierungsstrategien, die von „Hollywood-Blockbustern“ über gefährliche Viren wohlbekannt seien, machten aus den vermeintlichen Dokumentationen fast ein fiktionales Format. 

Scharfe Kritik auch von der AfD

ARD und ZDF rechtfertigten die große Menge an Sondersendungen mit dem „Informationsbedürfnis“ der Bevölkerung. Zu der Rüge bezüglich der stets regierungskonformen Berichterstattung äußerten sich die Sender indes nicht.

Stephan Brandner, der stellvertretende Bundessprecher der AfD, kritisierte die Darstellungen von ARD und ZDF scharf: „Es wird Panik verbreitet, den Menschen Angst gemacht und der Bevölkerung eingetrichtert, das Regierungshandeln, das Außerkraftsetzen von Grundrechten und die zahlreichen Einschränkungen seien zwingend erforderlich, alternativlos und das beste Regierungshandeln auf der Welt.“