Nach dem berüchtigten Görlitzer Park gibt es nun auch gleichlautende Berichte aus München. In Parkanlagen, wo man bislang großzügig wegschaute, wenn Fachkräfte für Drogenhandel ihrem Beruf nachgingen, kontrollieren Polizisten nun Liebespaare und Kinder. Die Corona-Pandemie macht es möglich. Das will nicht jedem gefallen.

Mit Lautsprecherwagen fährt die Polizei durch die Gartenanlagen der Großstädte, beispielsweise den Englischen Garten in München. Die anwesenden Menschen werden auf den vorgeschriebenen Abstand hingewiesen oder abgestraft.

Im für Außenstehende teilweise grotesk wirkenden Deutschland wird beispielsweise diskutiert, ob linksradikale Sprayer ein Ordnungsgeld dafür erhalten sollen, weil sie zu Corona-Zeiten im Zuge ihrer Straftaten den Sicherheitsabstand nicht einhielten – und auch nicht im selben Haushalt leben. Dabei wird berichtet, dass „Männergruppen“ in den öffentlichen Parkanlagen kein Interesse an den Pandemie-Maßnahmen haben und sich über die Polizei lustig machen.

Warum konnte man Drogendealer nicht kontrollieren, Kinder aber schon?

In Berlin wird endlich die Frage gestellt: „Wenn der Staat jetzt gerade überwachen kann, dass Kinder nicht auf Spielplätze gehen, sollte es auch möglich sein, die Polizei in Parks zu schicken, in denen offen Drogen verkauft werden“. So gefordert von Julian Reichelt in einer Kolumne der Bildzeitung. Immer weniger Bürger haben Verständnis dafür, dass man jahrelang bei Drogendealern wegschaute oder diese sogar zu einer „Gruppe, die man nicht ausschließen dürfe“ erklärte. Bei der Corona-Pandemie wäre es aber kein Problem, Kinder zu kontrollieren, Eltern zu drangsalieren und verliebten Paare ihre schönsten Frühlingsmomente zu nehmen.