Wegen der Einschränkungen infolge der Coronakrise fordert der Islamrat jetzt einen Rettungsschirm für Moscheen in Deutschland. 

Wie die Junge Freiheit berichtet, will der Vorsitzende des deutschen Islamrats, Burhan Kesici öffentliche Finanzhilfen für die muslimische Religionsgemeinschaft. Dies begründet er unter anderem damit, dass tägliche Gebete sowie das große Freitagsgebet. Dadurch sei „ein beträchtlicher Teil der Spenden ersatzlos weggefallen“, so der Leiter der Gruppierung, welche im Ruf steht, dem politischen Islam nahezustehen.

Sorge um ausbleibende Ramadan-Spenden

Besonders groß ist die Sorge auch vor dem Hintergrund, dass am 23. April der islamische Fastenmonat Ramadan beginnt. In diesem zeigen sich Muslime nämlich offenbar als besonders fromm und spendabel. Die Spenden während des Ramadans würden „erfahrungsgemäß einen großen Anteil am Jahresvolumen“ ausmachen.

Kesici sorgt sich darum um die Solvenz vieler Moscheegemeinden. Er fordert nun die Regierungen in Land und Bund auf, „Maßnahmen zum finanziellen Schutz und Erhalt der Moscheegemeinden zu ergreifen.

Für die politischen Corona-Maßnahmen äußert er zwar Verständnis, die Gesundheit sei „von Allah anvertraut“ und genieße „hohe Priorität“. Gleichzeitig würden die Moscheen „einen wichtigen Beitrag für die Gesamtgesellschaft“ leisten, indem sie „zum Zusammenhalt“ beitrügen.

Kesici: Moscheen haben „jahrzehntealte Traditionen“

Gerade Islamrat-Moscheen würden dabei auf „jahrzehntealte Traditionen“ zurückblicken. In vielen Fällen seien diese „mit größten Mühen und aus Eigenmitteln“ von ehemaligen Gastarbeitern aufgebaut worden. Deren Gemeinden „in dieser schwierigen Zeit alleine zu lassen“ hält Kesici für „unangemessen“ und konterkariere die „Lebensleistung der Gründerväter“ selbiger.

Islamrat: Näheverhältnis zum politischen Islam?

Beim Islamrat handelt es sich um die zweitgrößte Vereinigung islamgläubiger Menschen in Deutschland. Seine größte Mitgliedsorganisation ist die Millî Görüş (IGMG), welche im Verdacht islamistischer Ausrichtung steht. Dabei befürchtet der Verfassungsschutz, dass die IGMG den Islamrat lediglich als Interessensvertretung misbraucht. Mehrere frühere Vorsitzende waren in der Vergangenheit etwa Funktionäre der Millî Görüş.

Auch Kesici selbst äußerte während seiner Studienzeit in einer Hausarbeit sein Verständnis für Ausrichtungen gegen das Säkularprinzip: „Der Islam sieht eine Einheit zwischen Staat und Religion vor. Sie sind voneinander nicht zu trennen. Meine Analyse hat mir gezeigt, daß in diesem Punkt alle Muslime sich einig sind […] Es müssen Personen vorhanden sein, die eine islamische Ordnung haben wollen und darauf hinarbeiten. Wenn sie den Islam leben, dann können sie auch einen islamischen Einfluß auf die Gesellschaft ausüben, wovon der Staat auch betroffen sein wird.“