Die Lage der Bundeswehr ist schon länger desolat, sie scheitert bereits daran, eine einzige Brigade für die NATO auszurüsten. Selbst andere Verbände müssen dafür gefleddert werden.

„Je schlechter das Essen, desto besser die Armee“, so Asterix. Wie gut oder schlecht das Essen bei der deutschen Bundeswehr derzeit ist, ist unbekannt. Ginge es jedoch um die Güte und Verfügbarkeit von Ausrüstung wäre die Bundeswehr Weltklasse – zumindest wenn es um die Mangelverwaltung geht. Während zeitgeistige Agenden fröhliche Urstände feiern, Einhörner auf Paraden unterwegs sind, Anstrengungen unternommen werden für Armeen wichtige Punkte wie Umstands-Uniformen zu regeln oder man bereits daran geht den Weltraum zu erobern, sind andere Dinge in der Truppe Mangelware. Ein Scheitern bei den Zusagen Deutschlands gegenüber der NATO steht bevor. So hatte Berlin vollmundig dem Verteidigungsbündnis eine vollausgestattete Brigade bis 2023, eine volle Division bis 2027, drei Divisionen mit 8 bis 10 kampfstarken Brigaden bis 2031 versprochen. Doch nun wird die „bunte Republik“ von der harten Realität eingeholt.

Probleme bei Material für erste Brigade

Bereits bei der Ausstattung der ersten Brigade bis 2023 für die Nato-Speerspitze VJTF (Very High Readiness Joint Task Force) hapert es gewaltig. Zumindest, wenn man den Worten von Generalleutnant und Inspekteur des Heeres Alfons Mais (58) vertraut. Dieser erklärte, dass es wieder „zu zahlreichen Materialbewegungen aus dem gesamten Heer in diese Brigade kommen“ werde. Das heißt nichts anderes, als das für die Ausstattung dieser einen Brigade Fahrzeuge, Panzer, Gewehre und persönliche Schutzkleidung aus anderen Verbänden zusammengesammelt werden müssen. Nur so ist es offenbar möglich, eine komplett ausgestattete Einheit der NATO zur Verfügung zu stellen.

Zu wenig Budget und Geld versickert

Zudem befürchtet Mais, dass der Bundeswehr weiter das notwendige Geld vorenthalten wird. Er warnte bereits vor weiteren Lücken, weil das Geld im Haushalt fehlt. Der Bedarf sei bisher „nur zu 50 Prozent abgedeckt“, sagte er auf einer Video-Konferenz des „Förderkreises Heer“. Der nationale Anteil Deutschlands an der Verteidigung Europas würde dann aber im Vergleich zu den Partnern „inkompatibel, nachrangig und absehbar am vorauseilenden Gegner scheitern“. Zwar stieg das Verteidigungsbudget in Deutschland seit 2014 von 32 auf 45,2 Milliarden Euro (2020), also um 40 Prozent. Aber noch immer versickert viel Geld im Apparat oder geht durch Misswirtschaft verloren. Die geringen Verteidigungsausgaben, die nur 1,38 Prozent des BIP ausmachen, waren bereits ein ständiger Streitpunkt zwischen US-Präsident Trump und der deutschen Regierung und führte auch zum Abzug von US-Truppen, da Deutschland der NATO-Selbstverpflichtung den Etat auf 2 Prozent des BIP zu erhöhen bei weitem nicht nachkommt.