2019 haben sich so viele Personen in Deutschland mit der Syphilis infiziert, wie noch nie, seit die Zahlen registriert werden. Hotspot der Geschlechtskrankheit ist Berlin.

Fast 8.000 Fälle der Syphilis wurden 2019 in Deutschland registriert. Mit 531 (7,2 Prozent) mehr Fällen als noch im Vorjahr wurde mit 7.889 Syphilis-Fällen ein neuer Höchststand erreicht, wie das Robert-Koch-Institut in seinem Bericht schreibt. Bundesweit kommen damit 9,5 Fälle auf 100.000 Einwohner, in den vergangen fünf Jahren lag dieser Wert bei 8,5. Allerdings verteilt sich die Krankheit sehr ungleichmäßig auf die einzelnen Bundesländer. Drei Länder lagen über dem Bundeswert: Berlin mit 39,7 Fällen pro 100.000 Einwohnern, Hamburg mit 24,5 und Nordrhein-Westfalen mit 11,4. Vermehrt Fälle gibt es vor allem in Großstädten zu verzeichnen. So in Köln (57,8), München (30,2), Frankfurt/M. (28,3), Offenbach (25,6), Mannheim (25,5), Düsseldorf (24,7), Leipzig (23,1) und Stuttgart (21,0). Oftmals variieren die Werte jedoch stark nach den einzelnen Bezirken, während der Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg mit 92,7 Falle pro 100.000 Einwohner hervorsticht, sind es im Bezirk Marzahn-Hellersdorf nur 6,7.

Männer, die mit Männern schlafen

Während der Frauenanteil der gemeldeten Syphilis-Fälle mit 5,8 Prozent gegenüber den Vorjahren stabil blieb und damit bei 1,1 Fällen pro 100.000 Einwohnern liegt, nahm der Anteil von Männern mit einer Steigerung von 512 Fällen (7,4 Prozent) im Vergleich zu 2018 stark zu. Somit erreichte er mit 18,1 Fällen pro 100.000 Einwohnern einen neuen Höchststand und ist um das 16-fache höher als bei Frauen. Das höchste Infektionsrisiko haben in Deutschland nach wie vor Homosexuelle, oder wie es im Bericht heißt, MSM – Männer die Sex mit Männern haben. Bei 78,6 Prozent aller Fälle lagen Angaben zum Infektionsrisiko vor. Davon entfielen 5.304 Meldungen auf „MSM“, das sind 85,9 Prozent aller Meldungen mit entsprechender Angabe. 870 Meldungen entfielen auf heterosexuelle Kontakte (14,1 Prozent). Wie auch schon in den Vorjahren – mit Ausnahme 2018 – stieg die Zahl der Meldungen von MSM um 9,1 Prozent bzw. 442 Fälle an. Die Zahl von Meldungen mit Angabe eines heterosexuellen Infektionsrisikos fiel 2019 für Meldungen von Männern leicht ab (–1,4 Prozent, 9 Fälle), stieg allerdings bei Frauen um 2,5 Prozent (11 Fälle) leicht an.

Die meisten Ansteckungen erfolgen in Deutschland

Bei 74,8 Prozent – 5.900 Fälle – wurden Angaben zum wahrscheinlichen Infektionsland gemacht. Dabei entfielen 93,9 Prozent (5.540 Fälle) eauf Deutschland. Die am häufigsten genannten weiteren wahrscheinlichen Infektionsländer waren Spanien (54 Nennungen), Thailand (43), Rumänien (21), Brasilien (18), China (12) sowie Bulgarien, die Türkei und die USA (jeweils 11). Bei 95,5 Prozent aller Syphilis-Diagnosen von MSM mit Angaben zum Infektionsland wurde 2019 ebenfalls Deutschland genannt.