Der Botschafter Deutschlands ermahnte vergangenen Freitag die Regierung von Simbabwe, Corona nicht als Vorwand für Einschränkungen der Freiheit zu verwenden. Auch andere westliche Nationen richteten dem südafrikanischen Simbabwe ihre „tiefe Sorge“ über die aktuelle wirtschaftliche und gesundheitliche Krise aus.

Laut einem Bericht im „Handelsblatt“ wären immer wieder Menschenrechtler über die Lage in Simbabwe besorgt. Dort soll es in Regierungskreisen zu Korruption bei der Beschaffung von medizinischen Materialien gegen das Coronavirus gekommen sein. Simbabwe wird von Emmerson Mnangagwa regiert, der 2017 nach einem Militärputsch als Präsident eingesetzt wurde. Im Jahr 2018 wurde er angeblich auch von 50,8 Prozent der Bevölkerung gewählt.

Die Kritik wurde gemeinsam mit den Botschaftern von Kanada, Norwegen, den USA, der Niederlande, Polen und Großbritannien geäußert. Covid-19 werde in Simbabwe als Vorwand dafür genutzt, „fundamentale Freiheiten der Bürger einzuschränken“. Die politische Lage in dem südafrikanischen Land ist instabil. Unter anderem ließ Präsident Mnangagwa im Jahr 2019 auf Demonstranten schießen, die der von ihm angeordneten Verdoppelung der Benzinpreise nichts abgewinnen konnten.

Ob Simbabwe im Gegenzug auch Deutschland ermahnte, die Rede- und Versammlungsfreiheit seiner Bürger zu achten und speziell in Bayern genau hinzusehen, wer im Umfeld der Politik mit Corona gute Geschäfte macht, ist nicht bekannt. Jedenfalls wies der Sprecher der Regierungspartei, Tafadzwa Mugwad, die Kritik scharf zurück. Die schwache wirtschaftliche Lage im Land hätte vielmehr mit den Wirtschaftssanktionen der EU und der USA zu tun.