Du sollst nicht töten! In diesem Gebot sind sich religiöse wie nicht-religiöse Menschen weitgehend einig. Das Leben zeigt aber, dass es in bestimmten Situationen nicht zu vermeiden ist, Gewalt anzudrohen und in letzter Konsequenz auch anzuwenden. Wann aber ist Gewalt gerechtfertigt und wer bestimmt darüber? Wir müssen wieder lernen „wehrhaft“ zu sein und keine wohlstandsverwahrloste Montessori-Göre!

Eine Kolumne von Laila Mirzo

Was geben wir unseren Kindern eigentlich für das Leben mit? Liebe und Werte wie Bescheidenheit, Ehrlichkeit und Respekt sind die häufigsten Antworten. Auch Mut, um sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen, ist wichtig. Die Antwort meines Kollegen René Rabeder hat mich gleichzeitig aufhorchen lassen und doch begeistert: Wehrhaftigkeit! Wehrhaftigkeit ist eine Eigenschaft, die wir unseren Kindern so gut wie abgerzogen haben. Der gewaltfreie Duktus der 68er Generation hat die Gesellschaft nachhaltig geprägt.

„Tu niemandem weh!“ haben wir unseren Kindern beigebracht, „wehr dich!“ kam dabei viel zu kurz. Und jetzt zahlen unsere Kinder den Preis , denn der angeordnete Pazifismus hat aus einer ganzen Generation eine wohlstandsverwahrloste Montessori-Göre gemacht. Wir leben in Europa in einer aufgeklärten und freien Gesellschaft, ja wir beanspruchen für uns, „zivilisiert“ zu sein. Sind wir das? Und sind die anderen deswegen unzivilisiert?
Man muss kein Philosoph sein, um festzustellen, dass Moral und Werte Konstrukte sind, auf die sich eine Gruppe Menschen geeinigt hat.

Für eine andere Gruppe können diese moralischen Maßstäbe vollkommen absurd, ja sogar verwerflich sein. In unserer globalisierten Welt treffen verschiedene Werte-Konstrukte aufeinander. Das kann gut gehen, wenn man sich in gegenseitigem Respekt begegnet. Gerade erleben wir jedoch, wie es aussieht, wenn Menschen sich nicht nach dem eigenen Ideal verhalten. Damit scheinen Österreicher wie Deutsche aber vollkommen überfordert zu sein. Messerattacken, brutale Raufereien und Übergriffe auf Lehrer bestimmen mittlerweile unseren Alltag.

Auch ohne Herkunftsnennung der Täter wissen wir, woher diese Gewalt kommt. Sie wurde importiert, wurde ohne Papiere ins Land gelassen. Während wir uns über political correctness und die Befindlichkeiten anderer den Kopf zerbrechen, bricht man uns.

Köterrasse und Bastards

Erst kürzlich hat der österreichische Verfassungsgerichtshof entschieden, dass die Polizei im Falle eines Rapid-Fans, der im April 2017 eine Fahne mit der Aufschrift „A.C.A.B.“ (Abkürzung für „all cops are bastards“) geschwenkt hat, als Recht auf Meinungsäußerung hinzunehmen hat. Für Kopfschütteln sorgte auch eine Entscheidung der Hamburger Staatsanwaltschaft Anfang 2017, die besagte, dass die Deutschen straffrei als „Köterrasse“ bezeichnet werden dürften.

Was müssen wir uns eigentlich noch alles gefallen lassen? Während engagierte Bürger, die auf Missstände der unkontrollierten Migration und die Gefahren des politischen und orthodox gelebten Islam aufmerksam machen, in Grund und Boden verklagt werden, gehen sämtliche Beleidigungen unserer Kultur straffrei aus. Leider ist das Problem hausgemacht. Wir verkennen die Abgründe des Menschen. Unser Weltbild beruht auf idealistischen Parametern. Wir gehen davon aus, dass unser Gegenüber genauso respektvoll und umsichtig mit uns umgeht, wie wir es tun würden. Aber leider sieht die Realität anders aus.

Es gibt genug Menschen da draußen, die nicht gesprächsbereit sind, geschweige denn bereit sind, Kompromisse einzugehen, die ein Miteinander erleichtern würden. Doch dies wollen die meisten von uns nicht sehen.

Weltmeister der Deeskalation

Wir verhalten uns wie ein Haufen Hühner, die bequem in ihrem Hühnerstall leben. Man hat uns zwar vor dem Fuchs gewarnt, aber wir würden den Fuchs nicht erkennen, selbst wenn er direkt vor uns stehen würde! Wir haben Gewalt an Schulen, Gewalt in den Freibädern, Gewalt in den öffentlichen Verkehrsmitteln, Gewalt auf der Straße, Gewalt in den Ämtern. Pöbeleien, Drohungen und Angriffe haben sich schon in den Alltag integriert.

Wir sind Weltmeister im Deeskalieren und sind doch immer das Opfer! Aber sollen wir jetzt auch mit Gewalt antworten? „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ ist eines Rechtsstaates unwürdig! Aus einer Gewaltspirale kann man nur sicher aussteigen, wenn es strafrechtliche Konsequenzen gibt.

Falsche Appeasement-Politik

Doch wenn die einzelnen Staatsgewalten gegeneinander arbeiten, sind wir über kurz oder lang verloren! Unsere Polizei braucht eine Justiz, die hinter ihr steht und die Justiz braucht ein Parlament, das verantwortungsvoll handelt. Wir brauchen mutige Kinder, denn sie sind das Rückgrat von morgen! Dabei dürfen wir niemals vergessen, was eine falsche Appeasement-Politik anrichten kann. Denn der Mensch ist dem Menschen ein Wolf, der Anstand bleibt oft auf der Strecke.