Vor kurzem fragte mich Manfred D.: „Soll ich in schwierigen Zeiten in Gold investieren?“

Darauf möchte ich folgendes antworten:

Einerseits gibt es keine gültige Definition von „schwierigen Zeiten“, da es für viele den Anschein hat und Medien dies verstärken, es würde nur noch solche geben.

Natürlich ergeben sich Augenblicke in welchen die Märkte, die Wirtschaft, die Politik und überhaupt die Weltsituation sich in negativen Phasen befinden.

Gold ist nicht gleich Gold

Andererseits sind es oft aber auch persönliche Gefühlslagen die den Gesamteindruck trüben. Hierbei sollte man sich immer auf Fakten und erfahrene, ehrliche Experten stützen und nicht auf Gefühle.

Gold ist nicht gleich Gold. Wenn man von Gold spricht muss immer sofort gefragt werden was genau gemeint ist. Handelt es sich hierbei um physisches Gold – z. B. Münzen, Barren oder Schmuck – oder Goldzertifikate wie z. B. von fördernden Goldunternehmen oder anderes.

Die alte Regel hat längst ihre Gültigkeit verloren

Wenn man Gold in physischer Form (Münzen, Barren) besitzt, muss man sich einige Fragen stellen: Wo lagere ich das Gold? Zu Hause oder in einem Bankschließfach? Im Inland oder im Ausland? Kann der Staat in einem Krisenfall auf mein Gold zugreifen bzw. wie komme ich an mein Gold?

So oder so kann jedoch festgehalten werden, dass es vernünftig ist seine Wertanlagen und Investitionen – überhaupt sein Vermögen – in verschiedene Formen zu splitten. Denn nur auf ein „Pferd“ zu setzen – auch wenn dieses aktuell „glänzt“ – kann gefährlich sein. Ein Satz vielleicht noch zum Gold: Die alte Regel wenn der Öl-Preis fällt, steigt der des Goldes und umgekehrt, diese „Weisheit“ hat längst ihrer Gültigkeit verloren.

„Wären wir nicht ohne EU besser dran?“ – Solch eine bzw. ähnliche Fragen kommen mir von vielen Interessierten öfters unter.

Dazu kann anschließend meinerseits festgehalten werden:

Die Frage – „Was wäre passiert, wären wir in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts nicht der Europäischen Union beigetreten?“ – kann seriös nicht beantwortet werden, wir wissen es schlussendlich nicht wie sich gewisse Dinge dabei bzw. dadurch entwickelt hätten.

Auch der Verweis auf die Schweiz ist nicht hilfreich, da die Schweizer Wirtschaft nicht vergleichbar ist mit der Wirtschaft in Österreich und niemand sagen kann, ob wir uns ohne EU-Beitritt ähnlich wie die Schweiz entwickelt hätten.

Alleingang Österreichs wäre katastrophal

Wir sind nun einmal dabei und daher muss die Frage der EU-Mitgliedschaft Österreich im hier und jetzt betrachtet werden. Meine Antwort lautet daher immer wie folgt: „Wir in Österreich müssen das tun, was die Bundesrepublik Deutschland tut. Punkt.“ Die BRD ist unser wichtigster Partner im Handel, im Tourismus, im Sicherheitssektor etc. Eine positivere Entwicklung der Europäischen Union – als aktuell – ist längst überfällig und ein absolutes Muss.

Welches Modell hierbei schließlich zur Anwendung kommen wird – Kerneuropamodell, Modell der zwei Geschwindigkeiten usw. – muss die Zukunft weisen. Jedoch ist es eigentlich egal, denn Österreich hängt an Deutschland – ob man nun will oder nicht. Ein Alleingang Österreichs wäre katastrophal und auf Grund unserer Größe kaum machbar. Es geht nicht um die Frage: „EU ja oder nein“, sondern es geht um das „Wie“!