Viele westliche Medien stimmten wieder einmal in den Chor der Empörten ein, als US-Präsident Donald Trump von europäischen Staaten forderte, 800 in Syrien inhaftierte IS-Kämpfer aufzunehmen.

Ein Kommentar von Chefredakteur Christian Seibert

Völkerrecht vor unserem Frieden und Sicherheit

Was in der Medienberichterstattung nicht auf den ersten Blick ersichtlich war: Bei den Inhaftierten handelt es sich um europäische Staatsbürger. Alleine aus Österreich zogen 100 (!) Personen für das Kalifat in den Krieg nach Syrien, in den Irak und andernorts. Jüngst wurde ein Fall einer „IS-Frau“ bekannt, die es sich buchstäblich anders überlegt hat und samt Kind wieder zurück nach Wien möchte. „Besorgte“ Experten sind sich natürlich einig darüber, dass auch in diesem Fall das Völkerrecht gegenüber dem Wunsch der Bevölkerung nach Frieden und Sicherheit bevorzugt behandelt werden sollte – und fordern deshalb einhellig: Österreich muss die Killer des Kalifats wieder aufnehmen!

IS-Rückkehrerin wird im TV abgefeiert

In Deutschland bereitet man „jene, die schon länger hier leben“ (O-Ton Merkel) bereits auf die Rücknahme der IS-Kämpfer vor – und zwar im Stile Hollywoods. So spricht die 26-jährige IS-Rückkehrerin Derya aus dem Ruhrgebiet in einer modern aufbereiteten und mit „coolen Beats“ unterlegten Videodoku darüber, wie „interessant“ es gewesen sei, in Syrien ihre erste Leiche zu sehen. Derya, eine früher im Rotlicht-Milieu tätige Migrantin, gerät förmlich ins Schwärmen, wenn sie darüber spricht, dass ihr Ehemann, ein Konvertit namens Mario, ihr Schafe und „Babykühe“ als Geschenk nach Hause brachte.

Krokodilstränen von „IS-Derya“

Weinen musste Derya im Laufe der Dokumentation jedoch auch. Allerdings nicht, wie Sie vielleicht annehmen könnten, weil sich die 26-Jährige darüber bewusst wurde, welche Grausamkeiten der IS zu verantworten hat. Nein, zu Tränen rührte die Mutter eines kleinen Kindes vielmehr, dass sie sich durch den deutschen Staat nach ihrer Rückkehr schlecht behandelt fühle. Ja, richtig gehört: Die Angehörigen dieser Massenmörder stellen auch noch Ansprüche! Eine ähnliche Diskussion sollte man sich deshalb in Österreich gleich von vornherein ersparen – und klar festhalten: Keine Einreise für IS-Killer!