Als Chefredakteur des „Wochenblick“ ist es für mich unerlässlich, immer gut darüber informiert zu sein, was in den verschiedenen Social Media-Plattformen läuft.

Ein Kommentar von Christian Seibert

Ungeliebtes Vögelchen

Mittlerweile habe ich mich neben Facebook auch schon mit Instagram angefreundet, das insbesondere von jungen Menschen häufig genutzt wird. Alles in allem kann man sagen, dass ich gerne meine Zeit auf Social Media-Plattformen verbringe.

Dabei gibt es jedoch eine große Ausnahme. Wenn ich nur an dieses weiße Vöglein auf blauem Hintergrund denke, welches seine Botschaften in 280 Zeichen in die Welt „hinauszwitschert“, überkommt mich bereits großes Unbehagen. So ziemlich alles in meinem Körper sträubt sich, kurz bevor ich beginne, die soziale Plattform Twitter zu öffnen.

Infantiles Satire-Projekt?

Als dieser Tage die Entscheidung publik wurde, dass Innenminister Herbert Kickl, seines Zeichens sicher einer der besseren der zweiten Republik, plane, die Erstaufnahme- in Ausreisezentren umzubenennen, habe ich ihn wieder begangen – diesen folgenschweren Fehler.

Und ich bereue zutiefst! Während ich auf meine „Twitter-Timeline“ starrte, flimmerte mir ein Video des Sprechers der Ein-Mann-Asyl-NGO „SOS Mitmensch“ entgegen, in der dieser infantil-dreist die Eingangsplakette des Ausreisezentrums mit einem „Korrekturplakat“ überklebte, auf dem „Asylsuchende willkommen“ zu lesen war.

Die Verwunderung über die skurrile Szenerie, in der sich ein Erwachsener wie ein kleines Kind benimmt, war noch nicht überwunden, als mir der Gedanke in den Sinn kam, dass es sich bei „Twitter“ wohl um ein Satire-Projekt handeln müsse.

Keine Freundschaft

Doch als ich in den ersten Kommentaren zu diesem Video bereits Begeisterungsstürme von Benutzern ersehen konnte, die von typischem Selbsthass und pseudo-intellektueller Selbstgerechtigkeit geprägt waren, wusste ich: Twitter und ich – wir werden keine Freunde mehr.

Von links-linken Schaumschlägern lese ich ohnehin täglich, wenn ich Standard, Falter und Co. konsumieren muss. Für mich als Chefredakteur ist das leider auch unerlässlich…