Der soziale Medien-Gigant Twitter geht erneut auf US-Präsident Donald Trump los: er wunderte sich in einem Tweet über den seltsamen Stimmenschwund in den „Rostgürteln“, der größten Industriezone der USA, je mehr Wahlkarten ausgezählt werden. Twitter flaggte dieses Posting und in der Folge alle weiteren, die in diese Richtung gingen, als „umstritten und irreführend“. Trump twitterte zurück: „Was soll das alles?“

„Gestern Abend habe ich in vielen Schlüsselstaaten oft solide geführt, in fast allen, wo Demokraten führten und kontrollierten“, twitterte Trump. „Dann verschwanden sie nacheinander auf magische Weise, als ‚überraschende Wahlkarten‘ ausgezählt wurden. Sehr seltsam und die ‚Meinungsforscher‘ lagen – völlig und historisch – falsch“.

Twitter reagierte umgehend mit einer Permanent-Korrektur dieses und aller folgenden Trump-Twitterbeiträge, die diesen Verdacht erhoben. Dort heißt es jetzt: „Einige oder alle der Inhalte, die in diesem Tweet geteilt werden, sind umstritten und möglichweise irreführend in Bezug auf die Beteiligung an einer Wahl oder einem anderen staatsbürgerlichen Prozess“. Alle folgenden Tweets sind jetzt mit dieser Anmerkung gekennzeichnet. Auch der jüngste Trump-Tweet, „Sie tun alles, um den 500.000 Stimmen-Vorsprung in Pennsylvania verschwinden zu lassen… in Michigan und anderswo“, wurde derart „stigmatisiert“.

Briefwahl ermöglicht Wahlbetrug

Mittwoch morgen sagte Trump in einer Pressekonferenz, die Wahl solle abgeschlossen werden. „Wir wollen nicht, dass sie um vier Uhr früh noch Wahlkarten finden und sie auf die Liste setzen“. Denn dort, wo Trump aufgrund der Wählerstimmen führte, etwa in Pennsylvania – und in Wisconsin im speziellen – ging sein Vorsprung, im Gleichschritt mit ausgezählten, „überraschenden Wahlkarten“, zurück. Trump und republikanische Spitzen-Abgeordnete,kritisieren seit Monaten die Briefwahl, weil sie ihrer Ansicht nach ein hohes Potenzial für Wahlbetrug birgt.

Städte verbarrikadieren sich

Trumps Kritik an den Meinungs-Umfragen stützt sich auf deren Einschätzungen, die seinem demokratischen Konkurrenten, Joe Biden einen Erdrutschsieg voraussagten. Das betrifft vor allem Staaten wie Florida und Ohio, wo Trump gewann. Die Wählerstimmen und Wahlzettel sind noch nicht ausgezählt und es ist aktuell völlig unklar, wer nächster US-Präsident wird. In vielen Städten erwartet man massive Ausschreitungen, je mehr sich der Konflikt um „Wer ist der wirkliche Sieger“ zuspitzt. Geschäfte verbarrikadieren sich, die Polizei hat bereits Einsatzpläne und die Nationalgarde steht auf Abruf und „Gewehr bei Fuß“.