Die Jäger schießen gern mit dem „Mannlicher“
Bild: Guggenbichler

Das Waffengeschäft Wieser in Steyr, angesiedelt am historischen Ort einer ehemals großen Waffenproduktion, rüstet die Jägerschaft eines riesigen Gebietes östlich und südlich der alten Eisenstadt mit Waffen und Zubehör aus – wie unser Lokalaugenschein zeigt.

Wenn der Hobby-Waidmann Hartwig Menne mit seinem Steyr Mannlicher-Gewehr aus der Tür seines Wohnhauses im Behamberg (NÖ) ins Freie tritt, um auf die Pirsch zu gehen, befindet er sich auch schon mitten in seinem eigenen Jagdrevier.

Großes Arsenal

Für einen Freizeitjäger sind das geradezu optimale Bedingungen. Auch sonst hat der Mann reichlich auf Lager, was Jäger im Allgemeinen so benötigen: Messer, Feldstecher, Zieloptiken, Allwetterbekleidung, diverses Jagdzubehör, sehr viele Waffen und natürlich jede Menge Munition – ein großes Arsenal.

Eine Jagdpartie in Kompaniestärke könnte damit leicht ausgerüstet werden.
Das alles hortet Menne freilich nicht zu Hause in seinem Mostviertler Wohnhaus, sondern in seinem Waffengeschäft in Steyr, das er mit seiner Frau Renate unter dem Namen „Waffen Wieser“ betreibt.

Umzug in die alte Waffenfabrik

Ursprünglich war das Geschäft in der Steyrer Innenstadt angesiedelt, doch da es 2008 aus allen Nähten zu platzen drohte, sind die Mennes mit Sack und Pack in die ehemaligen Gästekantine in der alten Waffenfabrik von Josef Werndl umgezogen, wo es nun auch für die SUV-Gefährte der Jagdkundschaft viele und große Parkplätze gibt.

Von dort aus versorgen die Mennes die Alt- und Jungjäger aus dem Bezirk Steyr, aber auch aus dem westlichen Mostviertel und aus dem Ennstal, mit dem nötigen Jagdbedarf.

Nachdem in Windischgarsten der letzte Waffenhändler zugesperrt hat, kümmert man sich bei „Waffen Wieser“ nun auch um die Ausrüstung der Waidmänner in diesem Gebiet.

„Gut gehen bei uns die Mannlicher Jagdgewehre“

„Bei uns bekommen sie alles bis auf den Hund und den Geländewagen“, sagt Menne mit einem verschmitzten Lächeln, dem anzusehen ist, dass ihm sein Beruf Freude macht.

Erlernt hat der gebürtige Salzburger seinen Job in einem Waffengeschäft seines Heimatbundeslandes. Danach ging Menne in die Büchsenmacher-Schule nach Ferlach, von wo aus er dann zur Firma Mannlicher nach Steyr kam.

Dort lernte er auch seine Frau kennen und mit ihr betreibt er nun schon 25 Jahre das Waffengeschäft in Steyr. „Gut gehen bei uns die Mannlicher Jagdgewehre“, sagen die beiden, doch „auf Grund der Sicherheitslage“ würden seit etwa zwei Jahren auch Faustfeuerwaffen verstärkt verkauft.

Waffenbegutachtung

„Aber die Hauptthemen sind für uns die Jagd und die Fischerei“, betonen die Mennes und zu Silvester auch Feuerwerksprodukte. „Die Pyrotechnik ist ein Hobby.“

Da Hartwig Menne auch gerichtlich beeideter Sachverständiger ist, gehört die Waffenbegutachtung ebenfalls zu seinen Aufgaben. „Es kommen viele Leute zu mir, die wissen wollen, welchen Wert ihr altes Gewehr hat“, erläutert Hartwig, der auch das Einschießen neuer Gewehre vornimmt.

Im Steyrer Raum gebe es viele Jäger, bestätigt er auf Nachfrage. Ihnen verkauft er hauptsächlich Jagdgewehre mit dem Allroundkaliber 7×64 Millimeter.

Traditionelle Lodenbekleidung

Dabei handele es sich um ein „mittleres Kaliber“, mit dem man alles gängige Wild gut bejagen könne wie beispielsweise Rehe, Hirsche, Wildsäue – ein gutes Einstiegskaliber für Jungjäger.

Die traditionelle Lodenbekleidung ist noch immer das Standardoutfit der traditionsbewussten Waidmänner, auch wenn es immer mehr Jäger gibt, die auch in den olivgrünen Mikrofaser­anzügen im Military-Look durch Wald und Flur pirschen.

Im Regal des Steyrer Waffengeschäftes finden sich auch modisch gestylte Tarnanzüge, mit denen man auf die Krähenjagd geht wie Menne erklärt. Die Krähen seien intelligente Tiere und für den Rückgang von Hasen und Fasanen verantwortlich, weshalb sie auch bejagt werden müssen.

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