Für ältere Semester ist die Jugend zu jeder Zeit ein Buch mit sieben Siegeln. Die Jugendlichen selbst können meist den Erwachsenen nichts abgewinnen – zu bieder, zu steif, zu uncool. Die jugendliche Rebellion treibt oft spannende Blüten.

Ein Kommentar von Elsa Mittmannsgruber

So kann ich mich noch gut an meine diversen Phasen erinnern und mich ebenso gut in die damalige Gefühlswelt hineinversetzen. Was mich und meine Altersgenossen oft verband, war das Gefühl, sich von den Erwachsenen unverstanden zu fühlen.

Aus diesem Grund rebellierten wir, überschritten Grenzen und machten unsere Eltern ratlos. Wir verstanden nicht, warum manche Dinge so sein müssen, wie sie sind, „weil es einfach so ist“. Die schrecklichste Antwort, die Autoritätspersonen geben konnten. Wir werden mal anders als unsere „Oldies“, war uns immer klar.

Die Realität holt einen aber dann meist recht schnell ein, und die Gene machen sich bemerkbar. Jetzt bin ich die uncoole Erwachsene, die die Coolness der „Teenies“ so überhaupt nicht versteht. Ich frage mich: War ich wirklich auch so deppert?

Wahrscheinlich schon … Und das ist es auch, das mir Hoffnung gibt, wenn ich die heutige Jugend betrachte. Überall hört man die heute so moderne, widerwärtige Musik, die nur noch ein Gemisch aus orientalischen Klängen, frauenfeindlichem Hip­Hop und Computerstimmen ist.

Alles klingt gleich, echte Musik ist kaum mehr populär. Hinzu kommen das Gestarre in die Handys, der leere Blick, die übertrieben aufreizende Kleidung der Mädchen, das oberflächliche Geplapper. Das ist unsere Zukunft? Zum Fürchten! Zum Glück ist in dieser Phase die Entwicklung noch längst nicht abgeschlossen.

Damit junge Menschen jedoch in der globalistischen Konsumwelt nicht ihre Orientierung verlieren, müssen sie mehr abgeholt werden. Es braucht bessere Strukturen und Angebote von heimat- und volksverbundenen Interessengruppen, neue Vorbilder und kreativere Wege, die Jugend anzusprechen.

Dass sie unsere Zukunft ist, hat jede Partei und Gesinnungsgemeinschaft erkannt. Deshalb darf man das Feld nicht einfach kampflos den anderen überlassen.