In der aktuellen Publikation „Inflation aktuell“ der österreichischen Nationalbank werden Preisunterschiede im oberösterreichisch-bayerischen Grenzraum untersucht. Das Ergebnis: Die Preise diesseits der Grenze sind teilweise deutlich höher, obwohl es keinen offensichtlichen Grund dafür gibt.

Eigentlich ist der österreichisch-bayerische Grenzraum sehr eng miteinander verflochten, Arbeiten diesseits oder jenseits der Grenze, Sprache und Kultur, Währung etc. und dennoch gibt es Unterschiede, die empirisch nicht erklärbar sind. Etwa Preisdifferenzen, der sogenannte Grenzeffekt, die sich nicht mit Zöllen, unterschiedlichen Inflationsraten, Steuersätzen, längeren Transportwegen oder deutlich anderem Konsumverhalten erklären lassen. Bei der Untersuchung, die den Zeitraum von Jänner 2008 bis Dezember 2018 umfasste und sich auf die wichtigsten Supermärkte, die beiderseits der Grenze vorkommen, zeigte sich ein signifikanter Unterschied.

Grenzüberschreitend deutliche Unterschiede

Bei den grenzüberschreitend überprüften Barcodes von rund 20.000 Produkten wurde deutlich, dass das Preisniveau der „gematchten“ Produkte in den österreichischen Regionen insgesamt um durchschnittlich 11 Prozent über dem der deutschen Regionen liegt. Ein Unterschied, der größer ist als innerhalb eines Landes. Dies legt für die Studienmacher den Schluss nahe, dass diese Unterschiede weniger ein Resultat verschiedener Kostenstrukturen oder Konsumpräferenzen als vielmehr das Ergebnis der regionalen Marktmacht der Unternehmen sowie von produktspezifischer, grenzüberschreitender Preisdifferenzierung sind.

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