Vor 145 Jahren wurde die erste öffentliche Eisenbahn auf dem Europäischen Kontinent zwischen Gmunden, Linz und Budweis eröffnet.

Auf einem 84 Kilometer langen Wanderweg zwischen dem tschechischen Bujanov und Linz kann man sich auf eine dreitägige Zeitreise zu Fuß machen. Brücken, überwucherte Bahndämme, Durchlässe…

Das erste Bahnhofsrestaurant Europas

Sperrfrist 17.04. Pferdeeisenbahn - per Pedes 1

Entlang der Strecke trifft man auf unzählige Relikte aus dieser bewegten Zeit. 200 Kilometer war die Strecke bis Gmunden damals lang. Für den 128 Kilometer langen Abschnitt zwischen Linz und Budweis benötigte man 14 Stunden.

Der Komfort für damalige Zeiten war schlichtweg eine Sensation: Statt auf einer Rumpelpiste mit der Kutsche gleitete man jetzt sanft durch die Hügellandschaft des Mühlviertels in Salonwägen mit bis zu 24 Plätzen.

Am höchsten Punkt der Strecke, in Kerschbaum, wurden Wagen und Pferde gewechselt. Hier befand sich auch das erste Bahnhofsrestaurant Europas. Die Beförderung von Personen war ursprünglich gar nicht vorgesehen (die Bahn wurde eigentlich für den Salztransport errichtet), aber bereits 1834 wurde erstmals ein „Messezug” mit Passagieren zum damaligen Linzer Ostermarkt geführt.

Einmaliges Natur- und Kulturerlebnis

Am Ende wurde diese technische Sensation von der technischen Revolution gefressen: Die Kurvenradien waren für die flottere Dampfeisenbahn schlichtweg ungeeignet, die Trasse wurde 1872 aufgelassen und neu angelegt. Von der ursprünglichen Strecke sind heute noch dutzende Brücken, Durchlässe und Bahndämme erhalten. Als Wanderer kann man diese Relikte in einer wunderschönen Wanderung erkunden – egal ob als Tagesausflug oder in Form einer dreitägigen Tour, die vom tschechischen Bujanov (per Zug ab Linz bequem erreichbar) großteils sanft abfallend nach Linz führt.

Sperrfrist 17.04. Pferdeeisenbahn - per Pedes 2

Speziell bei unseren nördlichen Nachbarn entdeckt man im Wald viele Steinbrücken, die noch erhalten sind. Auf oberösterreichischer Seite sind der Bahnhof in Kerschbaum (samt 300 Meter langem, revitalisierten Teilstück) und die Pferdebahntrasse in Linz-St. Magdalena besonders gut erhalten. Beeindruckend sind auch die vielen immer noch sichtbaren Bahndämme, auf denen heute, 145 Jahre nach der Stilllegung, mächtige Fichten wachsen.

Die Variante der dreitägigen Wanderung ist für jedermann zu schaffen, zudem lernt man dabei die Mühlviertler Gastfreundschaft inklusive Kulinarik kennen (Tipp: die Kutscherjause im Gasthof zur Pferdeeisenbahn in Kerschbaum). In Summe ein einmaliges Natur- und Kulturerlebnis, bei dem man immer wieder ins Grübeln über die gute, alte Zeit kommt. 100 Prozent Weiterempfehlung!

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