Buchautor Heinz Schludermann.

„Ich hoffe, dass es keine Totenklage wird“, sagt der Welser Hobby-Historiker Heinz Schludermann, der gerade dabei ist, sein Buch über die Geschichte der Pferdeeisenbahn in Oberösterreich zu vollenden. „Bis zum Sommer werde ich fertig sein.“

Ein Bericht von Chefredakteur Kurt Guggenbichler

Schludermann kennt die Geschichte dieses Verkehrsmittels wie kein zweiter. Schließlich bewohnt er mit seiner Frau ein Haus und ein Areal im Welser Siedlungsgebiet Maxlhaid, das einmal ein Pferdeisenbahnhof war.

Noch viele Objekte

Heute ist dieses Objekt schon lange ein Gasthaus, doch dahinter im Hof hält Schludermann in einem Museums-Schuppen das Andenken an das einstmals größte Verkehrsmittel Europas wach. Dieses Museum haben er und seine Familie in Eigen- initiative und ohne Unterstützung oder Zuwendungen durch öffentliche Stellen eingerichtet. Außerdem wurde von der Familie in der Vergangenheit auch ein Stück der Strecke vor dem Haus nachgebaut, auf dem man mit einem der alten Waggons fahren konnte.

„Wir wollten zeigen wie das damals war“, sagt Schludermann. Mangels Unterstützung durch die öffentliche Hand musste das kurze Streckenstück wieder abgebaut werden.
Fahren wie im Pferdeeisenbahnzeitalter könne man heute nur in Kerschbaum im Mühlviertel, wo es eine größere Museumsanlage gebe. Der Rest dieser doch einmal sehr bedeutend gewesenen Ära interessiere offenbar niemanden mehr, sagt Schludermann mit Blick auf die offiziellen Geschichtspfleger des Landes.

Mit Dampfbetrieb

Dabei stünden cirka noch 30 Originalobjekte in der oberösterreichischen Landschaft, allein 22 davon gebe es noch entlang des ehemaligen Streckenabschnitts südlich der Donau bis Gmunden. „Die Frage ist nur – wie lange noch!“ Unlängst erst sei wieder ein altes Wachthaus im Bereich des Geländes von Auto Geyrhofer abgerissen worden und demnächst dürfte auch noch das alte und gut erhalten gewesene Frachtendepot in Gmunden einem Wohnungshausneubau weichen.

Die zwischen 1827 und 1836 abschnittsweise eröffnete Pferdeeisenbahn Budweis–Linz–Gmunden wurde in den Jahren 1855 und 1856 zwischen Linz und Gmunden auf Dampfbetrieb umgestellt. Im Dezember 1872 wurde der Bahnbetrieb jedoch eingestellt. „Auf dieser Strecke sind einmal 14 Loks und an die 1.000 Waggons im Einsatz gewesen“, erläutert Schludermann, der auch schon einen passenden Titel für sein Buch im Auge hat: „Die verlorene Bahn.“