Die meisten Beobachter sind sich einig: Mit der weitsichtigen Entscheidung, sein Mandat für das EU-Parlament nicht annehmen zu werden, hat sich Heinz-Christian Strache ein weiteres Male als wichtiger Schub-Beschleuniger für die FPÖ erwiesen.

Ein Kommentar von René Rabeder

FPÖ kann sich nun auf Wahl konzentrieren

Er hat sich dadurch besonnen aus dem politischen Spiel und vor allem auch aus dem Wahlkampf genommen. Der politische Gegner, nicht zuletzt aber auch die einseitig berichtenden Mainstream-Medien, hätten der FPÖ in den kommenden Wochen wohl tagtäglich das „Ibiza-Video“ vorgehalten und versucht, anhand dieser Aufnahmen die Deutungshoheit über alle andere Themen, vor allem aber auch das bisherige Schaffen der gesamten FPÖ in Geiselhaft zu nehmen.

Alleine das wird nun durch den Rückzug Straches, sei dieser auch vielleicht nur vorübergehend, verhindert und die Freiheitlichen können unverkrampft und schonungslos einen Wahlkampf führen, in dem sie auf die erfolgreich umgesetzten blauen Ideen und Projekte der letzten Bundesregierung verweisen werden. Strache erwies sich mit seinem Verzicht einmal mehr als Staatsmann, der seine eigenen Vorteile und Interessen nicht dem „Großen Ganzen“ überordnet. Und er stellte damit eindeutig unter Beweis, kein Sesselkleber zu sein.

Glaubwürdig in die Zukunft

Am Ende des Tages geht es aber darum jene Glaubwürdigkeit wiederherstellen zu können, die vor wenigen Wochen durch ein zwei Jahre altes Video erschüttert worden war. Getreu des Spruches: „An ihren Taten sollt ihr sie erkennen“ – und eben nicht an ihren betrunkenen Worten – beweist Strache, dass seine persönliche Präferenz nie Brüssel als Wirkungsstätte seiner politischen Arbeit galt, sondern immer Österreich. So ist es auch konsequent, dass das mit 45.000 persönlichen Vorzugsstimmen bewiesene Vertrauen, samt dem damit verbundenen Auftrag des Wählers, nicht einfach leichtfertig ausgeschlagen wird. „Ich tue das Richtige zum richtigen Zeitpunkt“, formuliert es Strache selbst. Richtig finden viele Wähler sicherlich auch die Ankündigung, er werde sich in Zukunft nicht zurückziehen und sich auch nicht verstecken. Auch diese Qualität ist es, die wahre Staatsmänner auszeichnet.