Als US-Präsident Donald Trump im vergangenen Jahr verkündete, dass die in Afghanistan stationierten Truppen wieder abgezogen werden, gab sich gesamte Weltpolitik im Chor mit den Mainstreammedien künstlich entrüstet. Er begründete den geplanten Rückzug indes damit, dass der rund zwanzigjährige Einsatz nichts gebracht habe. Heute zeigt sich, dass er mit seiner Einschätzung recht behalten hat – und das nicht zum ersten Mal.

  • Trump-Kritik an Afghanistan hat sich bewahrheitet
  • Aktuelle US-Wahlumfragen: nur noch knapp 40 Prozent für Biden
  • Amtierender US-Präsident schläft vor TV-Kameras ein
  • Biden-Harris-Administration macht es dem Trump-Lager mit Kritik leicht

Von Achim Baumann

Tritt er an oder nicht? Noch ist nicht klar, ob Donald Trump nochmals für das Amt des US-Präsidenten kandidiert. Aber klar ist, dass die US-amerikanische Politik entschieden von ihm beeinflusst bleibt. Aktuellen Umfragen zufolge würden rund 60 Prozent der US-Bürger für den Republikaner votieren, wären jetzt Wahlen. Trump ist wieder „in“, keine Frage.

Glaubwürdigkeit von Biden vollends zerstört

Die Unfähigkeit des amtierenden US-Präsidenten spielt seinen Kritikern – und hier besonders Donald Trump – in die Hände: So schlief Joe Biden vergangene Woche vor laufenden TV-Kameras beim Treffen mit dem israelischen Premierminister Naftali Bennett in Washington ein. Während Bennett Augenkontakt suchte, einfach weiterredete, schloss Biden für etwa 40 Sekunden die Augen und faltete seine Hände und blieb regungslos.

Das Video, das in sozialen Medien heiß diskutiert wurde, muss ein PR-Desaster für die Biden-Administration gewesen sein, denn das Verhalten von Biden korrespondiert mit seinem wankelmütigen Vorgehen in Sachen Afghanistan. Von der Welt vorab hochgelobt, blieb er bei der Entscheidung von Trump, die US-Truppen aus dem Gebirgsstaat abzuziehen. Offenbar war auch ihm klar, dass der Einsatz als gescheitert eingeschätzt werden muss. Dass es zudem deutliche Hinweise dafür gab, dass es zu Anschlägen in Kabul kommen könnte, aber nicht darauf reagiert wurde, wird dem 78-jährigen US-Präsidenten ebenfalls angelastet.

Harte Worte von Hinterbliebenen

„Dieses nutzlose, von Demenz geplagte Stück Scheiße hat meinen Sohn einfach in den Tod geschickt“, wütete in mehreren US-Radiosendungen beispielsweise Kathy McCollum, die ihren 20-jährigen Sohn Rylee beim ersten größeren Anschlag auf Kabul verlor. Etliche Hinterbliebene der 13 in Kabul bei einem Selbstmordattentat getöteten US-Soldaten gaben mittlerweile ähnliche Kritik von sich.

So dürfte das subjektive Gefühl der US-Bürger, ein Präsident habe nicht ausreichend für den Schutz seiner Bürger und Soldaten gesorgt, für erheblich mehr Sprengkraft sorgen als die angespannten Wirtschaftsdaten, die ebenfalls nicht für das Duo Biden/Harris sprechen. Die Luft für das ungleiche Paar wird dünner, denn Kritik kommt inzwischen auch von zahlreichen Abgeordneten der Demokratischen Partei; und republikanische Abgeordnete haben bereits ein Impeachmentverfahren angekündigt. Grund: Die einstige weltweite Schutzmacht kann den Schutz für eigene Soldaten und Bürger nicht garantieren.

Comeback von Trump eingeläutet?

Aufmerksame Beobachter der US-Politik registrieren dagegen seit Wochen, dass Donald Trump wieder unangefochtener Stichwortgeber der Oppositionspolitik ist. Jüngst bezeichnete er den unglücklichen Abzug der US-Truppen aus Afghanistan als „größte außenpolitische Erniedrigung in der Geschichte der Vereinigten Staaten“ – und erhielt viel Applaus dafür. Sein nächster Schritt sind die Vorwahlen im kommenden Jahr. Er hat versprochen, nur „echte“ Republikaner unterstützen zu wollen, in Abgrenzung zu den „RINOS“ („Republican In Name Only“, auf Deutsch: Republikaner nur dem Namen nach). Damit sind diejenigen gemeint, die eigenen Interessen nachgehen und sich Parteiinteressen nicht unterordnen.

Helfen kann Trump auch seine „Kriegskasse“. Angeblich sei diese mit rund 100 Millionen US-Dollar gefüllt. Neben der außenpolitischen Krise kann Trump seinem Amtsnachfolger Biden auch Versagen bei der Migrationskrise vorwerfen, so registrierten Behörden im Juli rund 200.000 Migranten an den Südgrenzen der Vereinigten Staaten. Zudem steigen die Kriminalitätsraten, vor allem in den Großstädten. Alles Themen, die 2024 wahlentscheidend sein könnten, wenn sie bis dahin nicht gelöst sind. Und Trump muss nur abwarten…

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