Der Schweizer Online-Fotoanbieter Ifolor ließ unlängst eine Studie unter 2.000 deutschsprachigen Alleinstehenden durchführen. Dabei stellte sich heraus: Seitdem Corona den Alltag beherrscht, suchen sich Menschen ihre potenziellen Partner viel häufiger über Dating-Apps.

Stolze 47 Prozent der Befragten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gaben nämlich an, seit dem Beginn der sogenannten Pandemie häufiger auf diese Art der Partnersuche zurückzugreifen. Besonders auffällig war dieser Befund in Österreich, wo dies gleich 54 Prozent der Teilnehmer erklärten – in der Schweiz waren es 44 Prozent, in Deutschland 45 Prozent.

Leiden durch mangelnden sozialen Kontakt

Das ist besonders deshalb interessant, weil aus Österreich mehr als die Hälfte der Befragten zwischen 18 und 34 Jahre alt waren. Das lässt weiters den Schluss zu: Gerade junge Erwachsene leiden darunter, nicht wie gewohnt auf ihre normalen sozialen Kontakte zurückgreifen zu können. Dies verstärkt sich vor dem Hintergrund, dass die Österreicher überdurchschnittlich oft nach einer ernsten Beziehung suchen (57 Prozent im Vergleich zu 49 Prozent über alle drei Länder) und sich seltener nur für Gelegenheitssex interessieren (11 Prozent – in Deutschland 16 Prozent).

Maske auf Profilfoto unattraktiv

Auch die Kritik an den Corona-Maßnahmen schien dabei durch: Der Anteil jener, die eine Maske auf dem Profilfoto unattraktiv finden, war hierzulande am höchsten.
Höher als in den beiden Nachbarländern war in Österreich auch der Anteil jener, die natürliches Make-up und Alltagskleidung am ansprechendsten fanden. Häufiger als in Deutschland und der Schweiz legten die heimischen Nutzer auch wert darauf, dass ein potenzieller Partner auf seinem Profilbild lächelt oder sich natürlich verhält. Kaum Unterschiede gab es hingegen bei der Alterspräferenz: Männer wollten eher jüngere Partner kennenlernen, Frauen wischten eher nach rechts, wenn die andere Person älter aussah. Die Darstellung eines kontroversen Hobbys konnte die Befragten in allen drei Ländern großteils weder auf positive noch negative Weise beeindrucken, dafür missfiel gerade Schweizern die Darstellung sexueller Fetische.

Lockdown mit neuem Partner verbringen

Insgesamt zeigt sich: Auch in der Krise – oder gerade dann – wollen Menschen möglichst gut einschätzen können, was sie beim Gegenüber erwartet. Zwar kann auch dort ein Bild mitunter mehr als tausend Worte sagen; gleichzeitig ist der Wunsch nach der sozialen Nähe gerade dann, wenn die Politik diese als Sünde darstellt, besonders groß. Wie Wochenblick bereits im November berichtete, sehen die Menschen in der Pflege ihrer familiären und romantischen Beziehungen sogar eine Möglichkeit, ein kleines bisschen Freiheit zu bewahren. In den sozialen Medien geben sogar die überzeugtesten Singles zu, immer dann gerade einen Lebenspartner zu haben, wenn die Polizei ihre Einhaltung der Ausgangssperre kontrollierte. Einer Studie der Sigmund-Freud-Universität zufolge gaben drei Viertel der Frischverliebten damals an, einen Lockdown am liebsten mit dem neuen Partner verbringen zu wollen. Gerade für Frauen waren die Maßnahmen besonders häufig ein Grund, sich emotional zu binden, indem sie eine Beziehung eingingen.

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