Wie geht es jetzt weiter? „Wie immer mit Vollgas“, sagt grinsend Leo Steinbichler von der Bewegung „Die Weissen“, die den Einzug ins Parlament bekanntlich nicht schaffte.

Auf sie sind bei der Nationalratswahl vom 15. Oktober österreichweit nur 9167 Wählerstimmen (0,18 Prozent) entfallen – zu wenig um künftig mitregieren zu können. Doch das spornt Steinbichler (kl. Bild oben) nur an. Auch die anderen Verlierer wollen weitermachen.

Schokoladenstreit ums Format ist lächerlich

Im Land Oberösterreich, in dem Leo Steinbichler (früher Team Stronach) seit einiger Zeit als oberster Weisser wirkt, haben nur 2111 Personen seine Bewegung für direkte Demokratie gewählt. Doch davon lässt sich der 58jährige „Bauernrebell“ nicht entmutigen. Schon drei Tage nach der schmerzlichen Wahlniederlage setzte er seinen Kampf für gesunde Ernährung und gesunde Lebensmittel fort.

Per Aussendung wettert er unverdrossen, dass der Schokoladenstreit ums Format lächerlich sei. Anstatt darüber „zu streiten“, sagt er, „wäre es vernünftiger, über den Inhalt zu diskutieren: Von Kakao über Palmöl wird alles in die Rezepturen hineingemischt.“

Außerparlamentarischen Opposition

Damit steht Leo erneut auf den Barrikaden. Mit dem Lecken von Wunden will er auch keine Zeit vertrödeln, auch wenn er sich zur Zeit damit auseinandersetzt, wie es – zumindest in seinem Heimatbundesland Oberösterreich – mit seiner Bewegung weitergeht. Sein Nationalratsmandat, das er noch vom Team Stronach mitschleppt, läuft am 9. November aus.

Von da an befindet er sich in der außerparlamentarischen Opposition, wofür er neue oder auch alte Mitstreiter zu begeistern versucht.
Auch die anderen Listen und Kleinparteien in Oberösterreich, die den Sprung in den Nationalrat nicht schafften, blicken angespannt in die Zukunft.

„Ein besseres Ergebnis“ gewünscht

Darunter auch die FLÖ, angeführt von Rainer Widmann (früher BZÖ), die in Oberösterreich nur 854 von 8889 Stimmen erzielte, wie auch die vom Verfassungsschutz beobachtete Sozialistische Linkspartei (SLP), die mit Florian Klabacher bei uns nur von 183 Wählern goutiert worden war. Die SLP stand auch in Wien zur Wahl und hat insgesamt nur 713 Stimmen auf sich zu vereinigen vermocht.

Mit österreichweit erzielten 39.869 Stimmen war die KPÖ erfolgreicher, auch wenn sich KPÖ-Bundessprecher Mirko Messner „ein besseres Ergebnis“ gewünscht hätte. In Oberösterreich wurden für die KPÖ nur 5426 Stimmen eingefahren.

Das Wahlergebnis bezeichnet KPÖ-Landessprecher Leo Furtlehner als einen „schweren Rückschlag“ für seine Partei, zumal diese von Roland Düringers Liste „Gilt“ stimmenmäßig sogar überrundet worden war. Österreichweit erzielte die Spaßpartei 48.233 Stimmen, wovon 9141 auf Oberösterreich entfallen. Weitermachen will auch die Liste „Gilt“, weil nach der Wahl bekanntlich vor der Wahl sei. Und wie geht es mit der FLÖ weiter? Das scheint zum derzeitigen Zeitpunkt niemand zu wissen.